Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2014

10:18 Uhr

Syrien-Konflikt

Innensenator wirbt für Aufnahme weiterer Flüchtlinge

In der kommenden Woche entscheiden die Innenminister über die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Syrien. Innensenator Frank Henkel spricht sich dafür aus. Weitere 10.000 Plätze für Flüchtlinge sollen im Gespräch sein.

In Syrien herrscht immer noch Bürgerkrieg: Große Teile der Bevölkerung sind auf der Flucht. dpa

In Syrien herrscht immer noch Bürgerkrieg: Große Teile der Bevölkerung sind auf der Flucht.

BerlinIn der Diskussion um die Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Syrien hat der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) Zustimmung signalisiert. „Es ist eine moralische Verpflichtung, dass wir helfen, die humanitäre Katastrophe zu bewältigen. Insofern bin ich aufgeschlossen, was ein mögliches drittes Bundesprogramm angeht“, teilte Henkel der Nachrichtenagentur dpa mit. „Über konkrete Zahlen werden wir jedoch auf der Innenministerkonferenz diskutieren.“

Vom 11. bis 13. Juni kommen in Bonn die Innenminister zusammen und entscheiden auch über die Aufnahme weiterer syrischer Flüchtlinge. Im Gespräch ist ein drittes Sonderprogramm des Bundes mit weiteren 10.000 Plätzen für Flüchtlinge aus Syrien. Die Unions-Innenminister signalisierten, dass sie dies mittragen würden. Flüchtlingsexperten halten das für nicht ausreichend und fordern eine deutlich großzügigere Aufnahme.

Assads Streitkräfte gehörten zu den stärksten der arabischen Welt

Truppenstärke

In der Theorie verfügen die Streitkräfte über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine. 2009 wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien.

Paramilitär und Miliz

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al-Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz der Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad den Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt.


Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine hat zwei Fregatten zur Verfügung. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

Innensenator Henkel sagte dazu: „Es ist völlig klar, dass eine Aufnahme weiterer Flüchtlinge für die Bundesländer mit Herausforderungen verbunden sein wird. Schon jetzt sind in den 38 Berliner Flüchtlingsheimen etwa 9000 Menschen untergebracht, Tendenz steigend.“ Der Berliner Senat bemühe sich um neue Plätze. „Aber das ist keine einfache Aufgabe.“ Sollten weitere 10.000 syrische Flüchtlinge nach Deutschland kommen, entfallen nach dem Verteilungsschlüssel etwa 500 von ihnen auf Berlin.


Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×