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22.07.2015

18:59 Uhr

Syrien-Rückkehrer

Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Bremen festgenommen

Auf dem Flughafen Bremen schlagen die Fahnder zu: Ein 26-Jähriger wird nach seiner Rückkehr aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten festgesetzt. Er soll für die Terrororganisation IS gekämpft haben.

Auf dem Flughafen Bremen ist ein mutmaßlicher IS-Kämpfer verhaftet worden. Es besteht der Verdacht, dass er im Ausland an Kampfhandlungen beteiligt war. dpa

Bei Rückkehr Verhaftung

Auf dem Flughafen Bremen ist ein mutmaßlicher IS-Kämpfer verhaftet worden. Es besteht der Verdacht, dass er im Ausland an Kampfhandlungen beteiligt war.

BremenErmittler haben einen mutmaßlichen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) am Flughafen in Bremen gefasst. Der 26-Jährige steht im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Er soll Anfang April nach Syrien gereist sein, um sich in einem IS-Trainingscamp für den Kampf gegen die syrische und irakische Armee ausbilden zu lassen, teilte die Staatsanwaltschaft Bremen am Mittwoch mit.

Es gebe Anhaltspunkte, dass er an Kampfhandlungen der Terrororganisation beteiligt gewesen sei, bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde der Mann aus Bremen am Montag verhaftet. Er gehört nach Angaben des Bremer Innenressorts der salafistischen Szene der Hansestadt an und hatte enge Kontakte zu einem als IS-Unterstützer verbotenen Verein.

Aus Bremen haben laut Innenressort bislang 20 Erwachsene und Jugendliche versucht, in die Kriegsgebiete zu kommen. „Vier erwachsene Männer wurden bei Kämpfen mutmaßlich getötet“, sagte eine Sprecherin Rose. Nach ihren Angaben zählen die Sicherheitsbehörden bundesweit rund 7500 Salafisten. Mindestens 700 hätten versucht, in Kampfgebiete zu kommen. Rund ein Drittel sei wieder zurückgekehrt.

Islamistische Szene in Deutschland

Salafisten in Deutschland

Der Verfassungsschutz rechnet mehr als 43.000 Menschen zur islamistischen Szene in Deutschland. Diese ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen - vor allem durch den starken Zulauf bei der Gruppe der Salafisten, einer besonders konservativen Strömung innerhalb des Islam. Rund 7000 Leute werden inzwischen der Salafisten-Szene zugerechnet. 2011 waren es noch etwa halb so viel. Besonders stark sind die Salafisten in Nordrhein-Westfalen vernetzt.

Millitante Islamisten

Mindestens 600 radikale Islamisten aus Deutschland sind bislang in das Kampfgebiet nach Syrien und in den Irak ausgereist. Die Zahl geht seit langem kontinuierlich nach oben. Viele haben sich dort der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

Kämpfer kehren zurück

Etwa 200 der Ausgereisten sind inzwischen wieder in Deutschland. Aber nur von einem kleinen Teil davon – etwa 35 Personen – ist bekannt, dass sie aktiv am bewaffneten Konflikt beteiligt waren. Rund 60 Islamisten aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz in Syrien und dem Irak gestorben. Mindestens zehn sprengten sich bei Selbstmordanschlägen in die Luft. Dies sind aber nur die bekannten Fälle.

Diese Islamisten sind gefährlich

Die Sicherheitsbehörden stufen viele Islamisten als gefährlich ein. Etwa 1000 Menschen in Deutschland werden dem „islamistisch-terroristischen“ Spektrum zugeordnet. Darunter sind 260 sogenannte Gefährder, also Menschen, denen die Polizei zutraut, dass sie einen Terrorakt begehen könnten. Die Zahl ist so hoch wie nie zuvor. Zum Teil sind auch Rückkehrer aus Dschihad-Gebieten darunter. Diese machen den Sicherheitsbehörden große Sorgen, weil sie oft radikalisiert zurückkommen - und zum Teil kampferprobt.

Die Staatsanwaltschaft will die Vorwürfe gegen den 26-Jährigen dem Generalbundesanwalt vorlegen. Es soll geprüft werden, ob auch der Anfangsverdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland besteht. Die Ermittlungen stehen nach Angaben von Oberstaatsanwalt Frank Passade nicht im Zusammenhang mit Hinweisen auf einen möglichen terroristischen Anschlag in Bremen im Februar.

Von

dpa

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