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07.09.2013

13:31 Uhr

Systemzusammenbruch

Schäuble hält zweites Lehman für nicht möglich

Der Finanzminister hält eine Kettenreaktion wie im Fall der Investmentbank für unmöglich. Banken hätten Vorsorge getroffen, die Politik hätte Leitplanken eingezogen. Zuvor hatten Notenbanker vor einem zweiten Lehman gewarnt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Die Institute haben aus der Krise gelernt. dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: Die Institute haben aus der Krise gelernt.

BerlinFünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise hält Finanzminister Wolfgang Schäuble eine Kettenreaktion wie beim Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers nicht mehr für möglich. „Eine einzelne Bank könnte heute nicht mehr das ganze System zum Einsturz bringen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Dafür hätten die Banken inzwischen Vorsorge getroffen und die Politik Leitplanken eingezogen. Lehman Brothers hatte am 15. September 2008 nach gescheiterten Verkaufsbemühungen Insolvenz angemeldet und damit weltweite Schockwellen ausgelöst, die zu weiteren Pleiten - auch in Deutschland - geführt hatten.

Die Institute hätten zum Teil aus der Krise gelernt, sagte Schäuble. Er ermahnte sie, nicht über Überregulierung zu lamentieren: „Die Klagen aus dem Finanzsektor sind nicht meine große Sorge. Die kehren mal lieber vor ihrer eigenen Tür.“ In Folge der Krise und der nachfolgenden Regulierungswelle müssen sich zahlreiche Großbanken mittlerweile mit geringeren Renditen zufriedengeben und fürchten um ihre Wettbewerbsfähigkeit.

„So lange die Banken ständig neue Nachrichten liefern, dass sie sich nicht an Regeln gehalten haben, werden sie die Regulierungsdebatte nicht beenden können“, sagte Schäuble. Zudem hätten die Banken ihren Teil dazu beigetragen, den Reformprozess zu verlangsamen. Unter anderem klagen Banken und ihre Verbände, dass sich die Entscheidungsprozesse in der EU zu lange hinzögen.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Schäuble sagte, bei der Bankenregulierung sei man weiter vorangekommen als bei den Schattenbanken, also den weitgehend unregulierten Kapitalvermittlern wie Hedge- oder Geldmarktfonds. „Bei den Schattenbanken haben wir Aufholbedarf“, sagte Schäuble. Vergangene Woche haben sich die Regierungen der 20 größten Industrie und Schwellenländer (G20) in Sankt Petersburg auf einen Zeitplan zur Kontrolle der Schattenbanken verständigt. Diese verwalten - je nach Definition - rund 50 bis 60 Billionen Euro und sind ein wichtiger Finanzier der normalen Banken.

Zuvor hatten Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), und Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, im Handelsblatt vor den Risiken eines potenziellen Zusammenbruchs gewarnt.

Von

rtr

Kommentare (45)

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Observer

07.09.2013, 14:08 Uhr

Hatte denn irgendeine Aussage dieses Systemvasallen schon mal auch nur die geringste Relevanz?

Account gelöscht!

07.09.2013, 14:25 Uhr


"Einserjurist Schäuble" liegt so sicher im Trend wie sein gesamtes bisheriges Griechenlandmanagement. Abhaken.
Der Kerl ist wie Juncker durchschaubar, gleichwohl für Unbedarfte höchst gefährlich.

Die CDUler fülllen im derzeitigen Angsttrauma alle "Parteihosen" voll aus.
Da geht absehbar was in die Taper-Hose.

Eurowahn

07.09.2013, 14:43 Uhr

Ja, die Politik hat für solche Fälle Vorsorge getroffen. Faule Papiere der Banken werden ohne Wenn und Aber von der EZB aufgekauft. Und alle Risiken werden dem Steurezahler aufgebürdert. Im ESM ist ja genug Geld da. Angeblich stehen da ja für marode Banken nur 60 Milliarden bereit von den insgesamt 700 Milliarden Euro im ESM. Galubt auch nur hier irgend einer, dass diese 60 Milliarden Bestand haben, wenn es hart kommt. Dann wird man das ganz schnell auf 100 Milliarden, 200 Milliarden und 500 Milliarden erhöhen, wenn "Not am Mann" ist. So wie auch Greichenland nur vorübergehend Geld braucht. Dann 1 Rettungspaket, dann das 2. und nun versteckt das Dritte und ein Schuldenschnitt. Der nächste Schuldenschnitt kommt für Griechenland. Mann wird es dann anders nennen, damit Herr Schäuble und Frau Merkel ihr Gesicht wahren. Oder Griechenland erklärt sich von sich aus für zahlungsunfähig und zahlt einfach nicht.
Ja, die Politik hat vorgesorgt, Herr Lügenbaron Schäuble. Die banker haben jahrelang Millione an Boni und Milliarden an Gewinnen eingestrichen, mit Staatsanaleihen etc. . All die Verluste hat man dem Steuerzahler aufgebürdert. Klar 700 Milliarden im ESM , damit kann man einige Banken retten. Tolle Politik, Herr Schäuble.
Die verlogenen Politiker gehören vor Gericht gestellt und dann ins Gefängsnis !!

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