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13.07.2016

14:28 Uhr

Täuschung bei Lebensmitteln

Der schwierige Kampf gegen Etikettenschwindel

VonDietmar Neuerer

Viele Aufschriften auf Lebensmitteln halten nicht, was sie versprechen. Ein Beschwerdeportal sollte den Firmen deshalb Druck machen. Heute ziehen Verbraucherschützer Bilanz. Ergebnis: Die Aktion wirkt – ein bisschen.

Etikettenschwindel im Supermarktregal gehört zum Alltag im Konsumentenleben. Das ruft Verbrauchschützer auf den Plan. dpa

Supermarkt-Regale

Etikettenschwindel im Supermarktregal gehört zum Alltag im Konsumentenleben. Das ruft Verbrauchschützer auf den Plan.

BerlinAls die vom Bundesverbraucherministerium finanzierte Internetseite „lebensmittelklarheit.de“ vor fünf Jahren online ging, war die Lebensmittelwirtschaft außer sich. Ein ungerechtfertigter und dazu noch staatlich finanzierter Pranger sei sie, schimpften die Unternehmen. Inzwischen hat sich die anfängliche Aufregung gelegt. Man sei mit „reichlich Gegenwind“ gestartet. „Umso mehr freut es uns, dass die Kritik der Verbraucher Gehör findet“, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), am Mittwoch in Berlin.

Seit Portalstart wurden den Verbraucherzentralen über 9.000 Produkte gemeldet. Im Durchschnitt, erläutern die Verbraucherschützer, erhalten 30 Prozent der Produkte, die gemeldet werden und bei denen die Online-Redaktion des VZBV ein Täuschungspotenzial sieht, ein neues, entsprechend der Kritik geändertes Etikett. Allein im Jahr 2014 sind laut VZBV unter den Produkten mit Täuschungspotenzial inzwischen rund die Hälfte der Etiketten verbessert worden.

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Bei „Meisters Bautzen Rindsknacker“ etwa wurde bemängelt, dass die Wurst im Produktnamen als Tierart Rind nennt, aber dennoch Schweinefleisch enthält. Dass sogar mehr Schweine- als Rindfleisch in den Knackern steckt, hätten Verbraucher nur über die Zutatenliste erfahren. Inzwischen hat der Anbieter die Etikettierung geändert.

Beim „Seitenbacher Bio-Müsli #538 Odenwaldmischung“ stand die Bebilderung in der Kritik. Das Produktfoto, das ursprünglich Früchte zeigte, stimmte nicht mit dem eigentlichen Inhalt überein, da der Fruchtanteil nur marginal vorhanden ist. Auch hier nahm der Hersteller schließlich eine Änderung vor.

Trickreiche Aufschriften sind Verbraucherschützern schon länger ein Dorn im Auge. Auch das Bundesernährungsministerium sieht inzwischen Handlungsbedarf und will das Wissen des Beschwerdeportals nutzen, um den Verbraucherschutz in diesem Bereich zu verbessern. Dass verärgerte Kunden Mogeleien jetzt samt Markennamen an das Beschwerdeportal melden können, ist zwar eine zusätzliche Hilfe im Kampf gegen Etikettenschwindel im Supermarktregal. Doch nach wie vor sind viele Produktverpackungen nicht verbraucherfreundlich gestaltet.

Kommentare (14)

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Frau hulda ermsberger

13.07.2016, 10:50 Uhr

Den Zirkus mit den Packungsgrößen / Inhaltsangaben gibt es SEIT der Gesetzgeber die Standardgrößen abgeschafft hat.

Der Gesetzgeber macht genau NICHT was seine Aufgabe ist ! Stattdessen werden ungefragt die Grenzen geöffnet etc.

Das gleiche kann man bei Kranken- / Lebensversicherung beobachten. Zugeständnisse an diejenigen die mit der Verwirrung der Kundschaft ein Geschäft machen können. Viel zu viel Auswahl ohne Not.

Account gelöscht!

13.07.2016, 10:52 Uhr

Mist Mist Mist

diesen offenen Artikel habe ich jetzt erst entdeckt :(

Aber vor Marc,Ralph,Enrico, Rainer ,Harald usw. :)

Novi Prinz

13.07.2016, 11:06 Uhr

-"Nuestra condición de ciudadanos europeos nos ha sido robada contra nuestra voluntad", asegura al explicar que no acudió a las urnas porque los británicos que llevan 15 años residiendo fuera de Reino Unido pierden su derecho a voto.

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