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11.03.2011

12:41 Uhr

Täuschungsvorwurf

Guttenberg-Bericht lässt auf sich warten

Frühestens Mitte April wird die Universität Bayreuth die Frage beantworten, ob Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht hat. Die Hochschule will externe Experten hinzuziehen.

Der Präsident der Universität Bayreuth, Rüdiger Bormann, kommentiert den Rücktritt von zu Guttenberg. Quelle: dapd

Der Präsident der Universität Bayreuth, Rüdiger Bormann, kommentiert den Rücktritt von zu Guttenberg.

BayreuthDie Frage, ob Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Universität Bayreuth bei seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht hat, wird frühestens Mitte April beantwortet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wird die Kommission zur Selbstkontrolle der Wissenschaft der Hochschule zu ihren Beratungen auch zwei externe Experten hinzuziehen. Dabei handelt es sich um den Bonner Juristen Prof. Wolfgang Löwer und den Konstanzer Philosophen Prof. Jürgen Mittelstraß. Der weitere Zeitablauf hänge von der Koordination der Termine mit den beiden Wissenschaftlern ab, hieß es.

Löwer (64) ist Sprecher der Ombudsmänner der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Richter am Verfassungsgerichtshof Nordrhein-Westfalen und Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Förderung des Wissenschaftsrechts. Er hat zum Thema "Staatshaftung
für unterlassenes Verwaltungshandeln" promoviert, das auch bei der Aberkennung des Doktortitels des zurückgetretenen Ministers eine Rolle spielte.

Mittelstraß (74) ist Direktor des Konstanzer Wissenschaftsforums, Direktor des Zentrums Philosophie und Wissenschaftstheorie und Vorsitzender des österreichischen Wissenschaftsrat in Wien.

Die vierköpfige Selbstkontrollkommission der Wissenschaft an der Universität Bayreuth wird vom Lehrstuhlinhaber öffentliches Recht, Prof. Stephan Rixen, geleitet. Ihr gehören zudem die Psychologin und Frauenbeauftragte der Hochschule, Prof. Wiebke Putz-Osterloh, der Biopolymerforscher Prof. Paul Rösch und der Strömungsmechaniker Prof. Nuri Aksel an.

Bei der Aberkennung des Doktortitels von Guttenberg am 23. Februar hatte die Promotionskommission der juristischen Fakultät einen möglichen Täuschungsvorsatz im Sinne einer zügigen Entscheidung außer Acht gelassen. Nach Bekanntwerden der massiven Plagiatsvorwürfe hatte Guttenberg selbst eingeräumt, dass er nicht korrekt wissenschaftlich gearbeitet und damit die Promotionsordnung massiv verletzt hat.

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