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15.11.2012

08:14 Uhr

Talk bei Anne Will

Noch ist Steinbrück nicht gescheitert

VonChristian Bartels

Hat die Nebeneinkünfte-Debatte ihn schon jetzt die Wahl gekostet? An Anne Wills Stammtisch wurde diskutiert, ob Peer Steinbrück noch der richtige Kanzlerkandidat ist, und was für eine Brille er besser tragen sollte.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: Bei Anne Will wurde seine Zukunft diskutiert. dapd

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück: Bei Anne Will wurde seine Zukunft diskutiert.

An recht steile Thesen als spektakuläre Titel für Talkshows ist man ja gewöhnt. Als Anne Will gestern nacht die Frage „Genosse Krösus - Steinbrücks Kanzler-Träume schon geplatzt?“ aufwarf, schien sie aber fast von Stefan Raab, dem bekennendsten Populisten unter den derzeit amtierenden Talkshow-Moderatoren, beeinflusst: wegen eines vom „ARD-Deutschlandtrends“ ermittelten Stimmungsbildes („67 Prozent der Befragten glauben: Die Debatte um seine Millionen-Nebeneinkünfte werden ihm bei der Bundestagswahl schaden“) per Talkshow einen Kanzlerkandidaten kippen?

Immerhin eine klare Antwort gab's am Ende: Nee, noch ist Steinbrück nicht gescheitert. 

Was zum titelgebenden Thema zu sagen war, sagten Werner Hansch am Anfang und Matthias Machnig, einst Gerhard Schröders Wahlkampfmanager und zurzeit Thüringer Wirtschaftsminister, gegen Ende der Sendung. Hansch: Im Moment ist er im Tief, da muss der Mann durch“. Machnig um kurz nach 1.00 Uhr: „Wir sind jetzt ein Jahr vor der Bundestagswahl, warten wir doch mal ab, wie die Debatte im nächsten Jahr laufen wird“. Anders formuliert: Mehrere hunderte Talkshows stehen bis dahin noch im Zeichen des anschwellenden Wahlkampfs auf dem Programm und werden mithelfen, die Umfrageergebnisse in Richtung diverser Hochs und Tiefs zu lenken. 

Zwischen diesen beiden recht klugen Aussagen entspann sich munteres Geplauder in der späten Stunde angemessen gedämpfter Aufregtung. Nachdem das überdurchschnittlich langweilige Fußball-Länderspiel in der ARD außer in allerhand Einzelinterviews am Spielfeldrand und anderswo auch noch in der Sportschau-Club“-Talkshow unter Reinhold Beckmanns Leitung auf das Allergründlichste durchbesprochen worden war, konnte Wills Sendung erst um Mitternacht beginnen. 

Talkshow-Moderatorin Anne Will. dpa

Talkshow-Moderatorin Anne Will.

Hansch, die Sportreporterlegende“ (Will), sorgte nicht nur für den Audience Flow hartgesottener Fußballfans, sondern war als derjenige, der Steinbrück bei dessen blendend bezahlten Atrium-Talk“ der Bochumer Stadtwerke interviewt hatte, gut besetzt. Er ließ, was sein eigenes Honorar für die Veranstaltung betrifft, die Hosen herunter: 2.500 Euro habe er bekommen, nicht gespendet, aber versteuert. Das härtest verdiente Honorar“ seiner Laufbahn sei das gewesen, weil er sich auf Steinbrück viel intensiver vorbereitet habe als sonst auf Sportreportagen. 

Kommentare (29)

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Charly

15.11.2012, 08:46 Uhr

Das politische Gesindel der Sorte Steinbrück ist es gewesen, die uns die heutige Weltkrise beschert haben.
Überall im Westen hat sich dieses Gesocks an die Macht geputscht und die dekadente Bevölkerung hat es zugelassen.
Steinbrücks haben viele Namen aber überall ist der gleiche Dreck drin.
Ich rufe alle denkenden Bürger auf bei der nächsten Wahl dafür zu sorgen, dass diese Sorte Verbrecherpolitiker zum Teufel gejagt werden.
Wer diese Gangster wählt ist Mittäter !!

Account gelöscht!

15.11.2012, 08:56 Uhr

Interessanter Ansatz:
Neue Brille, damit Steinbrück endlich durchblickt ;-)

Schade, dass ich mich ausgerechnet gestern spontan für einen TV-freien Abend entschieden hatte.

Account gelöscht!

15.11.2012, 09:24 Uhr

Die Höhe der sogenannten Nebeneinkünfte von Herrn Steinbrück lassen doch eher die Vermutung / Gewissheit zu, dass es sich nicht um Nebeneinkünfte sondern um Haupteinkünfte handelt, denn die Vergütungen als gewählter Politiker sind doch geringer - oder ? Also ist er Nebenberufspolitiker. Das allgemeine Verschleiern der Nebeneinkünfte von Politiker aller Parteien ist ein Skandal. Tranzparent muß her: Wer bekommt von wem für was wieviel Honorare bzw. Vergütungen - in welcher Form auch immer. Auf diese Weise bekommt man evtl. eine Übersicht, bei wem unsere Gewählten tatsächlich stehen.

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