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19.05.2012

09:52 Uhr

Tarifabschluss

Einigung in der Metallbranche in Sicht

Die IG Metall und die Arbeitgeber haben sich im Südwesten auf einen Tarifabschluss geeinigt. Auch, wenn die Gewerkschaft nicht alle Forderungen durchsetzen konnte, soll die Regelung bundesweit übernommen werden.

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SindelfingenNach der Tarifeinigung im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg soll der Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie bundesweit übernommen werden. Sowohl die Arbeitgeber als auch die Gewerkschaft IG Metall machen sich für eine entsprechende Regelung stark.

Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser erklärte nach dem Durchbruch am Samstagmorgen in Sindelfingen, dass lediglich der Tarifbezirk Sachsen ausscheren wolle. Der habe sich bei der Abstimmung am Morgen enthalten. Die Gewerkschaft empfahl dagegen einstimmig, die Einigung deutschlandweit zu übernehmen. In der Schlüsselindustrie arbeiten bundesweit 3,6 Millionen Menschen.

Der in Baden-Württemberg erzielte Abschluss sieht vor, dass die rund 800.000 Beschäftigten im Südwesten eine Einkommenserhöhung von 4,3 Prozent erhalten. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten und greift erst von Mai an - der April ist ein Nullmonat ohne Erhöhung. „Mit dem Abschluss ist die Grenze der Belastbarkeit der Betriebe erreicht“, sagte Südwestmetall-Chef Rainer Dulger.

IG-Metall-Chef Berthold Huber hielt dagegen: „Wir haben damit insgesamt die Inflationsrate deutlich überschritten. Wir haben immer gesagt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht von der Wohlstandsentwicklung abgekoppelt werden sollten.“

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Die Laufzeit des Vertrages beträgt 13 Monate. Der Abschluß soll bundesweit übernommen werden.

IG-Metall-Bezirkschef Jörg Hofmann betonte, dass der Kompromiss auch neue Regelungen zur Gestaltung der Leiharbeit enthalte sowie die prinzipiell unbefristete Übernahme aller Lehrlinge festschreibe. An diesen Punkten musste die Gewerkschaft kräftig Federn lassen.

Bei der Leiharbeit sollen die Betriebsräte künftig zwar mehr Macht erhalten - der Kompromiss blieb aber weit hinter den ursprünglichen Forderungen der Gewerkschaft zurück. So solle zwar stärker als bisher geregelt werden, dass Leiharbeit nicht zur Selbstverständlichkeit werde, berichtete Huber. Einheitliche und für alle Betriebe geltende Regeln fehlen dabei jedoch meist. Nun sollen die Betriebsräte Schritt für Schritt individuelle Vereinbarungen in den Unternehmen einführen.

Kommentare (5)

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Toll

19.05.2012, 14:53 Uhr

" Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten und greift erst von Mai an - der April ist ein Nullmonat ohne Erhöhung. „
Also Laufzeit 14 Monate wobei im ersten Monat die Lohnerhöhung nicht greift . 6,5 Prozent fordern und 4,3 als sensation Werten . Wäre ich bloß Politiker so hätte ich 5,7% , laufzeit 12 Monate .

Gast

19.05.2012, 15:10 Uhr

Da die Erhöhung für 14 Monate gilt, erhält ein Beschäftigter 3,69% für zwölf Monate. Hört sich zwar ganz ok an, aber wenn man mal die Preissteigerungen bei Versicherungen, Energien, Lebensmittlen (oft geringerer Inhalt bei nur leichter Preiserhöhung), PKW´s... sich anschaut, dann ist dies auch mal wieder ein Reallohnverzicht.

ichbins

19.05.2012, 23:26 Uhr

Ein Abschluß mit "X" - das war wohl nix! Was wurde alles bei den Warnstreiks erzählt, jeder soll von den sprudelden Gewinnen abbekommen und faire Leiharnbeit und Azubiübernahme und und und - was bleibt in unteren Lohngruppen bei 4,3%?
Fragt mal nach bei den Gewerkschaftern vor Ort in den Betrieben was diese von dem Abschluß halten - da kommt Gegenwind!

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