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01.04.2014

20:31 Uhr

Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Mehr Geld für Müllmänner

Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist beendet: Die Beschäftigten haben sich mit den Arbeitgebern auf eine Lösung geeinigt. Besonders die Geringverdiener sollen von der neuen Regelung profitieren.

Verständigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes

Video: Verständigung im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes

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PotsdamDie 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen bekommen deutlich mehr Geld. Rückwirkend zum 1. März steigen ihre Monatsgehälter um drei Prozent, mindestens aber um 90 Euro. Im kommenden Jahr gibt es nochmals 2,4 Prozent mehr. Darauf haben sich am Dienstag in Potsdam Arbeitgeber und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geeinigt.

Die Vergütungen der Auszubildenden steigen demnach dieses Jahr um 40 Euro und 2015 um 20 Euro. Außerdem wird der Urlaubsanspruch ab sofort für alle Beschäftigten einheitlich auf 30 Tage angehoben, für Auszubildende von 27 auf 28 Tage.

Besonders Geringverdiener profitieren von dem Abschluss: In den untersten Einkommensgruppen entspricht der Mindestbetrag von 90 Euro einem Einkommensplus bis zu 7,6 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will den Abschluss auch auf die Beamten des Bundes übertragen.

Verdi und der dbb-Beamtenbund hatten einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt erfordert. Die Arbeitgeber hatten in den ersten beiden Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt.

De Maizière und Verdi-Chef Frank Bsirske sprachen übereinstimmend von einem „guten und fairen Ergebnis“. Die Arbeitgeberseite habe Verständnis für den Wunsch nach einer sozialen Komponente gehabt und deswegen dem Mindestbetrag von 90 Euro zugestimmt, sagte der Minister. Der Abschluss sei in der Höhe vergleichbarer Ergebnisse und „im kommenden Jahr eher am unteren Rand.“

Bsirske sprach von „einem der besten Tarifabschlüsse dieses Jahres“. Der Lohnabstand zur Privatwirtschaft werde geringer und der öffentliche Dienst „fitter bei dem Wettbewerb um Nachwuchskräfte“. Müllwerker, Krankenschwestern und Erzieherinnen bekämen eine Wertschätzung, die ihnen zustehe. „Der Abschluss liegt deutlich über der Preissteigerung und ist somit eine deutliche Reallohnsteigerung“, sagte Bsirske.

Kommentare (4)

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01.04.2014, 19:58 Uhr

Nach die SuperFrau Nahles, bekommen alle Nichtsnutze 40 bis 400% mehr. Der Rest schaut zu. So geht Gerechtigkeit. Und Deutschland bleibt ruhig. Vollkommen, Herr Nahles.

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01.04.2014, 20:25 Uhr

Wie uns Herr Draghi in dieser Woche mitteilen wird, leben wir in einer deflationären Welt. Deshalb bekommen die Angestellten des öffentlichen Dienstes auch gerade einen ihren Inflationsausgleich von rund 3-4% als Pseudo-Lohnerhöhung. Natürlich kann sich keiner der Lohnempfänger nach Steuern und Sozialabgaben auch nur ein bisschen mehr kaufen.

Übrigens, die Piloten der Lufthansa verlangen nur 10% Deflationsausgleich. Es ist schon zum schief lachen, was uns der Zirkus-Clown Draghi diese Wochen wieder erzählen möchte.

Italien und Frankreich haben übrigens neue Regierungen, weil es in der EURO-Zone aufgrund der tollen Geldpolitik so richtig super läuft. Die Menschen haben alle Arbeit, können sich wegen der Deflation und der Lohnerhöhungen permanent mehr kaufen und die Kommunen bzw. der Staat macht keine neuen Schulden mehr, weil die Steuereinnahmen in Spanien, Griechenland, Italien, Niederlande und Frankreich nur so sprudeln.

Wegen des Wohlstands in der EURO Zone und er Geldwertstabilität möchte die EU sich auch in Richtung Ukraine ausweiten. Das ist sinnvoll - das hat Griechenland und Rumänien gezeigt.

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02.04.2014, 09:10 Uhr

Warum haben die sich denn wieder auf nur eine geringe Erhöhung im nächsten Jahr eingelassen?
Da ziehen uns die Chemie-/Metall-Hilfsarbeiter ja wieder davon?

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