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03.05.2012

11:52 Uhr

Tarifkonflikt

Gesamtmetall bleibt unbeeindruckt

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben die Forderung nach einer Lohnerhöhung von 6,5 Prozent abgelehnt. Die Betriebe würden dadurch geschwächt, einige könnten es gar nicht leisten.

Streikende im Elbtunnel in Hamburg. dpa

Streikende im Elbtunnel in Hamburg.

BerlinIm Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie lassen sich die Arbeitgeber nicht von den Warnstreiks beeindrucken. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wies die Entgeltforderung der Gewerkschaft von 6,5 Prozent heute abermals zurück: „Man kann natürlich den Stab so hoch legen, dass die Wirtschaft das nicht überspringen kann, das ist hier der Fall“, sagte er im rbb-Inforadio.

Das bisherige Arbeitgeberangebot von drei Prozent entspricht nach Kannegiessers Worten dem zur Verfügung stehenden Verteilungsspielraum. „Alles, was darüber hinausgeht, wird zur Schwächung der Betriebe führen und bei einigen dazu, dass sie es einfach nicht leisten können.“

Am Morgen hatte die IG Metall mit weiteren Warnstreiks begonnen. Bereits am Vortag hatten sich bundesweit Tausende Beschäftigte an befristeten Ausständen beteiligt. Von Mitternacht an legten in Betrieben unter anderem in Bayern und Nordrhein-Westfalen Mitarbeiter die Arbeit nieder. Vor allem in der Auto-Branche rechnet die IG Metall mit mehreren Zehntausend Warnstreikenden.

Der Autobauer BMW nimmt die Protestaktionen der IG Metall gelassen. „Wir haben Warnstreiks erwartet und sind nicht beunruhigt“, sagte Vorstandschef Norbert Reithofer heute in München. „Wir verlieren Produktion.“ Der Konzern müsse prüfen, wie dies wieder aufzuholen sei.

Die Mitarbeiter an allen bayerischen BMW-Standorten waren zu Warnstreiks aufgerufen. Insgesamt sollten im Freistaat rund 70.000 Beschäftigte in mehr als 90 Betrieben vorübergehend die Arbeit niederzulegen.

Reithofer sagte weiter, unabhängig vom Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie verhandle BMW derzeit mit Arbeitnehmervertretern über die Flexibilität des Unternehmens. Dabei gehe es auch um das Thema Leiharbeit. „Diese Gespräche sind noch nicht abgeschlossen.“

Die IG Metall verlangt 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten und mehr Mitsprache bei Leiharbeit. Die Arbeitgeber haben bislang drei Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 14 Monaten angeboten und die weiteren Forderungen abgelehnt. „Das sind alles für uns nur schwer zu erfüllende Forderungen“, sagte Kannegiesser. Die Lohnforderung der IG Metall sei aber „das übliche Geschäft“. Die nächsten Verhandlungen stehen am 8. Mai in Baden-Württemberg an.

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