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08.05.2012

21:34 Uhr

Tarifkonflikt

IG Metall könnte nächste Woche über Streik entscheiden

Die Tarifverhandlungen sind festgefahren, die IG Metall hat ihr Ultimatum nun um eine Woche vorgezogen: Bis zum 15. Mai muss der Tarifkonflikt zwischen IG Metall und Arbeitgebern beigelegt sein - sonst droht ein Streik.

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld und eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten. dpa

Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld und eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten.

Stuttgart/SindelfingenIn den festgefahrenen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie zieht die IG Metall ihr Ultimatum um eine Woche auf den 15. Mai vor. Sollte es an dem Tag keine Einigung über die strittigen qualitativen Themen geben, werde in den Tarifkommissionen über Urabstimmung und Streik nachgedacht, sagte der baden-württembergische IG-Bezirksleiter Jörg Hofmann nach der vierten Tarifrunde am Dienstag in Sindelfingen. Man wolle keinen Arbeitskampf. „Das entscheidet sich in sieben Tagen.“

Die IG Metall fordert für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche in Deutschland 6,5 Prozent mehr Geld. Zusätzlich will die Gewerkschaft die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Weiter soll der Betriebsrat beim Einsatz von Leiharbeitern mitbestimmen. Die Arbeitgeber hatten bisher drei Prozent in einem Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 14 Monaten angeboten. In Baden-Württemberg gab es schon zahlreiche Pilotabschlüsse, die von den anderen Bezirken übernommen wurden.

Hofmann sagte, komme man bei den beiden qualitativen Themen nicht zu einer Einigung, sei es sinnlos, noch am 22. Mai über die Lohnforderung zu sprechen. „Da drehen wir nicht noch eine Ehrenrunde.“ Südwestmetall-Chef Rainer Dulger warf der IG Metall vor, sich weiter nicht bewegen zu wollen. Eine Expertenkommission solle in den kommenden Tagen noch einmal die strittigen Punkte beleuchten. Er verspreche sich davon eine Menge "und auch einen Durchbruch", gab sich Dulger optimistisch.

Vor Beginn der Verhandlungen hatte der Arbeitgeberverband Südwestmetall gefordert: „Die IG Metall muss sich bewegen - und nicht nur auf der Straße.“ Die Gewerkschaft machte auch am Dienstag weiter Druck. Ihrem Warnstreikaufruf folgten über 80.000 Beschäftigte aus 460 Betrieben, darunter allein 38.000 Metaller in Nordrhein-Westfalen und 20.000 in Baden-Württemberg. Seit Ende der Friedenspflicht am 28. April haben laut IG Metall bundesweit bereits rund 420.000 Beschäftigte aus rund 1700 Betrieben ihre Arbeit niedergelegt.

Die IG Metall droht mit einem unbefristeten Arbeitskampf, sollte bald keine Lösung gefunden werden. Die Gewerkschaft fordert auch eine unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit. Mehrere tausend Auszubildende demonstrierten vor dem Verhandlungslokal in Sindelfingen für bessere Perspektiven ihrer Altersgruppe. Eine Jugendvertreterin sagte: „Wenn Südwestmetall sich konstruktiven Verhandlungen über die unbefristete Übernahme verweigert, schlagen wir unsere Zelte ab kommender Woche vor Hunderten Betrieben in ganz Baden-Württemberg auf.“

Südwestmetall-Sprecher Volker Steinmaier unterstrich, mit dem „fairen Angebot“ der Arbeitgeber sei der Boden bereitet für einen Kompromiss am Verhandlungstisch. Die IG Metall sei von ihren bereits im vergangenen Sommer aufgestellten qualitativen Forderungen noch keinen Schritt abgewichen. Die Warnstreiks seien unnötig und schädlich für die Branche: „Solange noch verhandelt wird, sehen wir keine Veranlassung für solche Arbeitsniederlegungen.“ Sie richteten Produktionsausfälle in Millionenhöhe an.

Kommentare (2)

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Mazi

08.05.2012, 21:25 Uhr

Frau Merkel muss den Arbeitern erklären, dass kein Geld mehr da ist. Es wird für "anderes" gebraucht.

Diesen Beitrag muss man sich wie den aktuell laufenden Beitrag im ZDF ansehen.

http://www.youtube.com/watch?v=r4crr-kX9zc

http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20110929_euro.pdf
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/1634150/Dokumentation:-Die-Griechenland-L%C3%BCge

Wer nicht verantwortlich ist, kann nicht zuständig sein. Nach dem aktuell laufenden Beitrag im ZDF "Die Griechenland-Lüge" erwarte ich Rücktritte.

FairerLohn

12.05.2012, 10:23 Uhr

Zeitarbeiter von heute sind die Hartz-4-Empfänger von Morgen, weil sie sich mangels Verdienst eben kein Riestern oder Kapitalaufbau für später leisten können! Und wer bezahlts dann? Der Steuerzahler! Die Arbeitgeber machen ihre Gewinne auf Kosten der Arbeiter! Gewinne kapitalisieren und Verluste sozialisieren, das ist das Verständnis von Marktwirtschaft von Kannegiesser und VBM! Für mich ist diese Vorgehensweise moderne Sklaverei!

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