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12.02.2012

14:44 Uhr

Tarifpolitik  

Lohnplus-Forderung von der Leyens irritiert Koalition

Nach der Zurückhaltung der Arbeitnehmer in den letzten Jahre muss es deutliche Lohnerhöhungen geben, meint die Arbeitsministerin – und erntet damit Kritik aus den Reihen der Koalition.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen spricht sich für kräftige Lohnerhöhungen aus. AFP

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen spricht sich für kräftige Lohnerhöhungen aus.

BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich für kräftige Lohnerhöhungen in der anstehenden Tarifrunde ausgesprochen und damit für Irritationen in der Koalition gesorgt. Nach der Lohnzurückhaltung der letzten Jahre müssten die Arbeitnehmer jetzt an den Erfolgen der Wirtschaft beteiligt werden, forderte sie in der „Bild am Sonntag“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), kritisierte den Vorstoß. „Die Politik soll sich grundsätzlich aus der Lohnfindung heraushalten“, sagte er der Zeitung „Sonntag aktuell“.

Ähnlich äußerte sich sein FDP-Kollege Heinrich Kolb. Der stellvertretende IG-Metall-Chef Detlef Wetzel begrüßte den Vorstoß, appellierte aber auch an die Ministerin, sich selbst für Verbesserungen einzusetzen.

Von der Leyen sprach sich für spürbare Lohnerhöhungen oberhalb der Inflationsrate aus. „In den letzten Jahren haben wir in Deutschland gemeinsam fleißig gearbeitet und Lohnzurückhaltung geübt, damit wir gut aus der Krise kommen“, sagte sie. Nun fahre die deutsche Wirtschaft ordentliche Gewinne ein. „Jetzt müssen die Arbeitnehmer daran beteiligt werden, und sie müssen das Plus auch spüren.“ Im vergangenen Jahr lag die Inflationsrate bei 2,3 Prozent.

Fuchs hielt dem entgegen, es sei nicht sicher, ob die wirtschaftliche Entwicklung so weitergehe. „Ich halte es nicht für klug, Arbeitgebern und Gewerkschaften Vorgaben zu machen, die wissen viel besser, was machbar ist und was nicht“, sagte er.

FDP-Fraktionsvize Kolb warnte ebenfalls vor Einmischungen in die Tarifautonomie. „Die Tarifpartner brauchen keine externen Regelanweisungen“, sagte er „Sonntag aktuell“. Die Beteiligung an Erfolg und Wohlstand finde auch dadurch statt, „dass sehr viel mehr Menschen als früher einen Arbeitsplatz besitzen und am Erwerbsleben teilnehmen“.

Kommentare (9)

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12.02.2012, 15:14 Uhr

Merkel hat sich mit mit einem minderbemittelten Hofstaat umgeben, der ihr nicht gefährlich werden kann. Scheuble ist der einzige mit gehobenen Interlekt, kann aber aus dem Rollstuhl heraus nicht angreifen.

Schimi

12.02.2012, 15:41 Uhr

Frau von der Leyen hat nicht den volkswirtschaftlichen Ueberblick, um solche Dinge beurteilen zu koennen. Daher ruehren solche unqualifizierten Statements. Sie waere besser in der Familienpolitik geblieben.

Account gelöscht!

12.02.2012, 16:31 Uhr

Oweia, die Arbeitsministerin bringt damit die gekauften Gewerkschaftsfunktionäre gegenüber den eigenen Leuten in die Bredouille und den Arbeitgebern wird das ebenfalls überhaupt nicht passen.
Die Frau mag von Wirtschaft nichts verstehen, aber die moderat geschönten Statistiken über Lohn- bzw. Gehaltszuwächsen auf der einen und den übrigen Einkommenszuwächsen auf der anderen Seite, und erst Recht die Statistiken über die Umverteilung von unten nach oben, kann fast jeder Idiot zur Kenntnis nehmen.
Das sich hier ca. 10 - 15 % chinesische Verhältnisse wünschen, ist doch allgemein bekannt. Aber bitte schön, kann ja jeder von denen dorthin gehen und da produzieren lassen, es sind schon genug auch wieder zurück gekommen !

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