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26.01.2010

13:47 Uhr

Tarifrunde 2010

IG Metall setzt auf die Sicherung von Arbeitsplätzen

VonDietrich Creutzburg

Die IG Metall bereitet sich auf ein tarifpolitisches Novum vor: Sie will in der Tarifrunde 2010 nicht nur auf gewohnte Konfliktrituale verzichten - sondern womöglich sogar auf eine Lohnforderung. Gewerkschaftschef Berthold Huber will der Branche offenbar einen Tarifkonflikt ersparen.

IG-Metall-Chef will der Branche offenbar einen Tarifkonflikt ersparen. IMAGO

IG-Metall-Chef will der Branche offenbar einen Tarifkonflikt ersparen.

FRANKFURT. Abschließend könne er dies zwar "heute noch nicht sagen", berichtete Gewerkschaftschef Berthold Huber am Montag in Frankfurt. Der Verzicht auf eine Lohnforderung sei aber möglich: "In der jetzigen Situation wollen wir nichts unversucht lassen, Beschäftigung zu sichern."

Die moderate Tonlage hat einen konkreten Hintergrund: Schon seit Dezember führen Gewerkschaft und Arbeitgeber auf regionaler Ebene Gespräche über ein mögliches "Jobpaket" mit neuen Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung. Nach Kalkulation der IG Metall sind in der Metallindustrie krisenbedingt etwa 700 000 der 3,45 Millionen Stellen bedroht. Bei einer Einigung über das Jobpaket würden die Tarifparteien die Frage möglicher Lohnerhöhungen wohl gleich mit klären - und so die sonst im Frühjahr anstehende Tarifrunde quasi nebenbei abhaken.

Nicht die passende Zeit für Ultimaten

Ob dieser Weg gelingt, ist bis dato aber noch offen. "Ich hoffe sehr, dass wir zügig zu einem tragfähigen Abschluss kommen", gab Huber seine Interessenlage zu erkennen. Er formulierte damit auch deutlich moderater, als dies gestern Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine tat. Er warf den Arbeitgebern nach einer neuen Sondierung vor, per "Hinhaltetaktik" Wege zur Beschäftigungssicherung zu "blockieren". Doch auch Meine vermied es, deswegen direkt mit einer härteren lohnpolitischen Gangart zu drohen.

Dies liegt auch daran, dass der IG-Metall-Vorstand schon vor einigen Tagen verabredet hat, den Sondierungen noch mindestens bis zu seiner nächsten Sitzung am 9. Februar Zeit zu geben. Auch dieser Termin sei aber kein "Ultimatum", schränkte Huber ausdrücklich ein. Es gehe vorerst nur um eine Zwischenbilanz - und für Entscheidungen zur Lohnrunde sei ja formal noch reichlich Zeit. Die alten Tarifverträge laufen bis Ende April.

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