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14.01.2008

12:17 Uhr

Tarifrunde

Ärzte sind zu Streiks bereit

In Düsseldorf beginnen am Montag die Tarifverhandlungen für die Ärzte an kommunalen Krankenhäusern. Und noch vor der ersten Verhandlungsrunde droht der Marburger Bund mit Streiks.

HB DÜSSELDORF. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat mit Streiks in Krankenhäusern gedroht, falls die Tarifverhandlungen für die rund 55 000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen. Der Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, sagte am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“, die Ärzte strebten eine Einigung am Verhandlungstisch an, aber: „Wir werden uns nicht an der Nase herumführen lassen.“ Die Ärzte hätten bereits bei der vorangegangenen Tarifrunde gezeigt, dass sie kämpfen könnten, wenn die Arbeitgeber ihnen keine Wahl ließen.

Die Tarifverhandlungen für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern beginnen am Montagmittag in Düsseldorf. Der Marburger Bund fordert Einkommensverbesserungen von im Durchschnitt 10,2 Prozent. Außerdem verlangt die Gewerkschaft eine sofortige Anhebung der Ostgehälter auf das Westniveau.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hat die Forderung der Ärzte allerdings bereits entschieden zurückgewiesen. Es gebe keinen Spielraum in der Tarifrunde 2008. Die Krankenhäuser könnten steigende Kosten angesichts ihrer mangelnden Finanzausstattung nicht auffangen. Jeder Prozentpunkt Einkommenssteigerung führe deshalb zu einem weiteren Arbeitsplatzabbau, zum Verkauf oder zur Schließung von Krankenhäusern und damit zu einer Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung, warnten die Arbeitgeber.

Doch lässt der Marburger Bund diese Argumentation nicht gelten. „Krankenschwestern, Krankenpfleger, Ärzte sollen überhaupt keinen Zusatzpfennig kriegen. Damit sind wir nicht einverstanden“, sagte Henke. Die Kommunen hätten ihre Finanzsituation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

Außerdem sei eine bessere Bezahlung der Ärzte auch im Interesse der Krankenhäuser, denn sonst drohe in nächsten Jahren ein Ärztemangel. „Wir müssen in den nächsten Jahren fast 10.000 Ärzte ersetzen“, sagte Henke. Doch gingen viele deutsche Mediziner lieber ins Ausland, wo sie deutlich bessre Verdienstaussichten hätten. Wenn die kommunalen Krankenhäuser in Zukunft Schwierigkeiten hätten, die Stellen neu zu besetzen, sei das auch schlecht für die Patienten, meinte Henke.

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