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29.05.2015

17:26 Uhr

Tarifstreit

Bsirske macht Kita-Verhandlungen zur Chefsache

VonFrank Specht

Seit drei Wochen proben Erzieher in Kitas den Aufstand. Der Streik zehrt an den Nerven von Eltern, Kindern und Streikenden. Am Montag kommen Gewerkschaft und Arbeitgeberverbände wieder zusammen – auf höchster Ebene.

Verdi-Chef Frank Bsirske führt die Verhandlungen auf Gewerkschaftsseite. dpa

Verdi-Demonstration in Frankfurt am Main

Verdi-Chef Frank Bsirske führt die Verhandlungen auf Gewerkschaftsseite.

BerlinNach drei Wochen Kita-Streik müssen jetzt die Chefs ran. Die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wollen ab Montagabend wieder verhandeln. An den Gesprächen werden dann auch Verdi-Chef Frank Bsirske und VKA-Präsident Thomas Böhle teilnehmen. Bisher hatten nur die jeweiligen Tarifkommissionen miteinander verhandelt, zuletzt am 21. April.

Im Tarifstreit geht es um eine bessere Eingruppierung von Sozial- und Erziehungsberufen, die den Beschäftigten laut Verdi im Schnitt Einkommensverbesserungen von zehn Prozent bringen soll. Seit dem 8. Mai werden Kindertagesstätten, Behindertenwerkstätten oder Jugendzentren in ganz Deutschland bestreikt. Allein am Donnerstag, als in Frankfurt die Mitgliederversammlung der VKA tagte, hatten sich laut Verdi 50.000 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt.

Ob die Gespräche, die gegebenenfalls am Dienstag fortgesetzt werden, erfolgversprechend sind, ist unklar. Wie bisher bieten die Arbeitgeber vor allem an, pädagogische Sonderaufgaben wie Inklusion, Sprachförderung oder musische Erziehung besser zu honorieren. Außerdem soll die Bezahlung von Kita-Leitungen nicht nur nach den belegten Plätzen bemessen werden, sondern auch die Zahl der unterstellten pädagogischen Fachkräfte berücksichtigen. Diese Vorschläge hatte die VKA am Donnerstag in ein förmliches Angebot gekleidet und damit den Weg für Verhandlungen freigemacht.

Eltern im Kita-Streik

Eltern setzen ein Zeichen: Kölner Rathaus besetzt

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Die Gewerkschaften – neben Verdi noch die Erziehungsgewerkschaft GEW und der Beamtenbund  – fordern dagegen eine generelle Höherstufung der Sozial- und Erziehungsberufe in den Entgelttabellen des öffentlichen Dienstes. Diese pauschale Forderung halten die Kommunen aber für nicht bezahlbar. Außerdem fürchten sie Unmut bei anderen kommunalen Beschäftigten, wenn Erzieher nun etwa im Vergleich zu Feuerwehrleuten oder Verwaltungsfachangestellten mit vergleichbarer Ausbildung deutlich bessergestellt würden.  

Die Gespräche werden also nicht einfach werden. Bisher ist es den Verhandlungsführern, Verdi-Bereichsleiter Onno Dannenberg und VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann, nicht gelungen, den gordischen Knoten zu lösen. Vielleicht gelingt es ihren Chefs ja nun, ihn zu durchschlagen. Die Eltern würden es ihnen danken. 

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