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30.04.2012

12:34 Uhr

Tarifstreit

Das Ende der Bescheidenheit

VonDietrich Creutzburg, Carsten Herz, Markus Fasse

Der Metallindustrie droht ein harter Arbeitskampf: Mittwoch weitet die IG Metall die Warnstreiks aus. Sie fordert doppelt soviel wie die Arbeitgeber zahlen wollen. Ein Konflikt mit Konsequenzen für die ganze Wirtschaft.

Erste Warnstreiks in der Metallindustrie

Video: Erste Warnstreiks in der Metallindustrie

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Vor zwei Jahren lobte Kanzlerin Angela Merkel die Tarifparteien in höchsten Tönen: „In der Wirtschaftskrise haben die Gewerkschaften mit den Arbeitgebern in herausragender Weise zusammengearbeitet.“ Dieses Lob galt vor allem IG-Metall-Chef Berthold Huber und Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Beide hatten wenige Monate zuvor, als niemand den Aufschwung voraussah, in seltener Einigkeit einen historischen Tarifpakt besiegelt: Jobsicherung vor Lohnerhöhungen.

Doch mit der „herausragenden Zusammenarbeit“ ist es nun vorbei. „Ich glaube, wir werden einen der härtesten Arbeitskämpfe bekommen, die wir je hatten“, warnt Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück. Unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht begannen massive Warnstreiks, etwa bei MAN in Augsburg, Daimler in Rastatt oder Continental in Hannover. Damit will die IG Metall 6,5 Prozent mehr Lohn für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie durchsetzen. Ab Mittwoch soll es auch bei BMW, Porsche und Audi losgehen.

Für Hannes Hesse, den Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbands VDMA, sind die Forderungen der Gewerkschaft eine Provokation: „Ich hoffe sehr, dass die IG Metall bald zur Besinnung kommt und den Schaden begrenzt“, sagte er dem Handelsblatt. Denn die Arbeitgeber, die bisher drei Prozent mehr Lohn und Gehalt angeboten haben, fürchten zusätzliche Lasten, wenn die Gewerkschaft zwei ihrer Kernanliegen durchsetzt: die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und die Einschränkung der Zeitarbeit.

Kommentare (15)

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Burnout12

30.04.2012, 13:04 Uhr

Altenpfleger dieser Welt, vereinigt Euch und lasst uns auch Streiken.
Gegen eine 6 Tage Woche, geteilter Dienst, gegen regelmäßigen Schaukelschichten und für Überstundenfrei und mehr Lohn!
Oh wait...

Arbeitgeber

30.04.2012, 13:31 Uhr

Nix da mit Lohnerhöhungen. Die Konjunktur darf durch Lohnerhöhungen gerade jetzt nicht gefährdet werden sonst gibt es wieder Rezession und die Arbeitnehmer sind wieder daran Schuld.

Und die Massen fressen das jedesmal.

jpuhr

30.04.2012, 13:51 Uhr

Das Ergebnis steht doch jetzt schon fest: Es wird einen vergleichsweise hohen Lohnzuwachs geben. Grund: Deutschland ist zu billig im Vergleich zu Rest-Europa, daher gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Deutschland teuerer machen oder die andren billiger. Da letzteres politisch kaum machbar ist, wird es auf ersteres hinauslaufen. Das wird politisch so hinter den Kulissen durchgesetzt werden. Die IG Metall wird versuchen, den Erfolg sich sich selbst zuzuschreiben, auch wenn ihr eigener Anteil daran praktisch null sein wird.

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