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26.04.2016

14:29 Uhr

Tarifstreit im öffentlichen Dienst

Was Sie zum Streik wissen müssen

Kitas, Nahverkehr, Flughäfen: Landesweit legen Mitarbeiter die Arbeit nieder, denn die Gewerkschaft Verdi macht Druck vor der nächsten Tarifrunde. Wie Sie betroffen sind und wie die Streiks die Unternehmen belasten.

Warnstreiks in Deutschland

Das fordert Verdi für Arbeiter aus dem öffentlichen Dienst

Warnstreiks in Deutschland: Das fordert Verdi für Arbeiter aus dem öffentlichen Dienst

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Düsseldorf/Frankfurt am Main / Berlin Noch zwei Tage, dann will Verdi in die nächste Tarifrunde einsteigen. Vorab erhöht die Gewerkschaft den Druck auf Bund und Kommunen – mit Streiks in zahlreichen Bundesländern. Für morgen sind Streiks auch an sechs Flughäfen geplant, Lufthansa kündigt vorab an, fast 900 Flüge zu streichen. Fragen und Antworten zum Streik:

Worum geht's?

Die Tarifverhandlungen für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen werden am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt. Verdi fordert unter anderem sechs Prozent mehr Lohn und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll nach Vorstellung der Gewerkschaft zwölf Monate betragen.

Verdi hatte die Streiks bereits am Freitag angekündigt. „Wir kündigen die Streiks absichtlich so frühzeitig an, damit sich Fluggäste darauf einstellen und rechtzeitig umplanen können“, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. „Das Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde haben die Beschäftigten als absoluten Affront empfunden. Auf das Jahr bezogen handelt es sich lediglich um eine Erhöhung von 0,6 Prozent und 1,2 Prozent für 2016 und 2017. Darum haben wir die Beschäftigten jetzt zu einer Verstärkung der Streikmaßnahmen aufgerufen.“

Haben Sie Verständnis für die massiven Streiks?

Trifft mich der Streik?

Gestreikt wird am heutigen Dienstag im Öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Der Schwerpunkt der Warnstreiks liegt im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen. Dort rief Verdi am Dienstag Beschäftigte in insgesamt 51 Kommunen zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen auf. Betroffen waren alle Bereiche des öffentlichen Diensts, das heißt vielerorts blieben etwa Busse und Straßenbahnen in den Depots. Auch Mitarbeiter von Müllabfuhr, Jobcentern, Stadtverwaltungen, Krankenhäusern und Kindertagesstätten sollten in den Ausstand treten.

Für Mittwoch kündigte Verdi in Nordrhein-Westfalen weitere Warnstreiks in 58 Städten und Gemeinden an, darunter in Köln und Dortmund.

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Schwerpunkt des Streiks liegt am Mittwoch aber bei den Flughäfen. Die Beschäftigten an den Flughäfen Frankfurt/Main, München, Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und teilweise Hannover-Langenhagen sollen ab Schichtbeginn in den Streik treten.

Betroffen sind in Frankfurt (Streik ab Schichtbeginn bis 15 Uhr) die Bodenverkehrsdienste, Check-In, Werkstätten und Luftsicherheitskontrolleure sowie ab 8 Uhr die Flughafenfeuerwehr. Wie die Lufthansa mitteilte, ist der größte Teil der internationalen Flüge von und nach Frankfurt nicht vom Streik betroffen. Am wichtigsten Drehkreuz des Landes müssten allerdings die meisten innerdeutschen Verbindungen und zahlreiche Europaflüge annulliert werden. Nach dem Ende des Streiks in Frankfurt sollen ab 15.00 Uhr die Lufthansa-Flüge wieder normal verkehren.

Der Warnstreik am Flughafen München wird ganztags andauern. Alle Arbeitnehmer sind zum Streik aufgerufen, damit können alle Bereiche am Flughafen betroffen sein. Die Lufthansa teilte mit, dass alle Interkontinentalflüge von und nach München gestrichen seien. Aber auch innerdeutsche und europäische Strecken seien betroffen, sodass es am Mittwoch nur rund 90 Flüge von und nach München geben werde.

In Köln/Bonn streiken die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste (Vorfeld, Fracht, Gepäck und Verwaltung) ab 00:00 Uhr für 24 Stunden, hier ist auch die Flughafenfeuerwehr im Streik.

In Düsseldorf befinden sich ab 3 Uhr nachts bis 14 Uhr unter anderem die Werkstätten, die Verwaltung, Warenkontrolleure, der Terminalservice und die Busdienste im Streik, in Dortmund die Bodenverkehrsdienste ab Schichtbeginn. Hannover-Langenhagen wird ab 4:30 Uhr bis 15 Uhr in den Bodenverkehrsdiensten, Verwaltung und Technik bestreikt.

Insgesamt hat allein die Lufthansa wegen des Verdi-Warnstreiks für Mittwoch 895 Flüge gestrichen. Man könne nur rund 40 Prozent des regulären Flugprogramms fliegen, teilte die Airline am Dienstag in Frankfurt mit. Insgesamt seien rund 87.000 Passagiere betroffen.

Kommentare (9)

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Herr Percy Stuart

26.04.2016, 14:38 Uhr

Der Fisch stinkt vom Kopf her! „Hochwertige“ Kleidung (natürlich nur noch „made in China/Bangladesh“) kann man sich doch als Normalverdiener oder Leiharbeiter heute kaum mehr leisten. Eine Markenjeans (Levis, Wrangler) kostet im Schnitt 60-100 Euro, ein paar gute Lederschuhe ebenso, Sportbekleidungspreise sind mittlerweile eine Unverschämtheit (Nike, Adidas usw.). Alle lassen in Billiglohnländern produzieren und verkaufen dann hier überteuert und großteils in mieser Fertigungs- und Materialqualität. Zum Beispiel Fussball-/Laufschuhe, nur noch aus billigen Kunstfasern/Material, kein echtes Leder mehr, und wenn doch, dann mind. 180,00 Euro teuer (z. Bsp. Adidas Copa Mundial Kickschuhe). Ich habe vom Euro und dieser ganzen Abzockerei der Konzerne und dem Lohndumping auf Kosten und zum Schaden der Leistungserbringer so die Schnauze voll! Kann sich natürlich ein Jens Spahn mit seiner Diät, seinen monatlichen Abgeordnetenbezügen in Höhe von 9082,00 € plus Kostenpauschale in Höhe von 4267,02 € (wird jedes Jahr zum 1. Januar entsprechend den Lebenshaltungskosten angepasst - bei Hartz IV seit Jahren nicht der Fall!) nicht vorstellen. Der Mann kassiert als ausgebildeter Bankkaufmann mit seinen gerade mal 36 Lebensjahren auf dem Buckel und 1 jähriger Vollzeit-Berufstätigkeit als Bankkaufmann jetzt als „Berufspolitiker“ jeden Monat sage und schreibe 13349,02 € ein, über 160.000 € im Jahr vom Steuerzahler!
Hinzu kommt: Art. 48 Abs. 3 Satz 2 GG sichert den Abgeordneten die freie Nutzung aller staatlichen Verkehrsmittel. Zurzeit erhält jeder Bundestagsabgeordnete im Rahmen der Amtsausstattung eine Bahncard 100 1. Klasse der Deutschen Bahn als Freifahrtschein. Diese Netzkarte darf seit 2012 auch uneingeschränkt privat genutzt werden. Zudem werden die Kosten für Flüge und Schlafwagen gegen Nachweis bei Mandatsreisen im Inland gemäß § 12 Abs. 4 i. V. m. § 16 Abs. 1 Satz 2 AbgG erstattet.

Herr Percy Stuart

26.04.2016, 14:38 Uhr

Einzahlung in die umlagefinanzierte Rente, Fehlanzeige - natürlich nicht!
Bundestagsabgeordnete zahlen aus ihrer Abgeordnetenentschädigung keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung und erhalten im Gegenzug auch keine Leistungen aus den gesetzlichen Sozialversicherungen, erwerben allerdings pensionsähnliche Ansprüche. Sie sind diesbezüglich wie Beamte gestellt. Einfach mal nachlesen unter dem Begriff „Abgeordnetenentschädigung“.
Als ausgebildeter Bankkaufmann hätte er nie und nimmer diese monatlichen Bezüge und unverschämt hohen Pensionsansprüche, gleiches gilt für SPD-Stegner. Reinhard Mey hatte schon damals Recht behalten, als er sang: „Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden, beim Überfluß der Diäten, platzen dir die Taschen aus den Nähten. Du kannst dir auf leisen Sohlen, Dein Schäfchen ins Trock‘ne holen. Prost! Es lebe die Partei! Frisch und fromm und steuerfrei! Unter meinesgleichen habe ich mich bestens bewährt,Darum wird mir nächstens das Verdienstkreuz beschert, Und ich werd‘ vom Papst empfangen, geadelt und geehrt, Nach der alten Devise: Wer gut schmiert, der gut fährt.
Die Zukunft seh‘ ich rosig, die Kollegen schweigen still, Weil von denen keiner vor den Untersuchungsausschuß will.
Und platzt der ganze Schwindel eines Tages, na wenn schon, Dann geh‘ ich krankheitshalber vorzeitig in Pension.“
Diese Leute sind überversorgt und dies hat auch nichts mit Neid zu tun!
Ich halte mittlerweile große Teile der Akteure in Wirtschaft, auf den Kapitalmärkten und in der Politik für verbrecherisch, es wird kein gutes Ende nehmen, dass kann man heute schon mit an 100 % grenzender Wahrscheinlichkeit voraussagen.

Herr Percy Stuart

26.04.2016, 14:39 Uhr

z. Bsp. Jens Spahn (CDU) hat eine Bankkaufmannausbildung abgeschlossen und danach noch 1 Jahr (2001-2002) als Bankkaufmann gearbeitet. Danach zog er in den Deutschen Bundestag ein und ist seitdem „Berufspolitiker“, höchstwahrscheinlich bis zu seiner Pensionierung! Hinzu ist er kinderlos, ledig und schwul (also wird er keine Familie gründen und Kinder in die Welt setzen). Mir stinkt es gewaltig, dass solche vollversorgten Menschen immer genau Bescheid wissen, was sie der arbeitenden Bevölkerung zumuten können. Macht endlich Schluß mit diesen Ungerechtigkeiten im Steuer-, Renten- und Gesundheitssytem. Wir als Normalbürger sollten uns diese Art der gesetzlichen und politischen Vorgaben nicht mehr länger gefallen lassen. Passt die Pensionshöhen und Pensionsbezüge an die gesetzlichen Renten an, auch in Bezug auf die geleisteten Lebensarbeitszeiten! Wenn wir nicht mehr länger mitspielen, wird sich sofort etwas zum Besseren verändern! Politiker, Beamte (auch viele beim Rundfunk und Fernsehen) und der Öffentliche Dienst sind unsere Angestellten (Staatsdiener) und haben sich verdammt nochmal nach unseren Interessen und um unsere Altersabsicherung durch ein gerechtes Rentensystem (alle zahlen ein!) zu kümmern. Deshalb war von vornherein klar, dass Plasberg wieder am eigentlichen Thema (alle zahlen je nach Leistungsstärke und Vermögen ein - Schweizer Modell / Pensionen werden an die Renten angepasst!) vorbei agierte, der ist schließlich selbst Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ein Angestellter des WDR) ein Systemprofiteur, der eh, wie alle in der Talk-Runde, niemals von Altersarmut betroffen sein wird. Schluß mit dieser elendigen Klientel- und Lobbyistenpolitik, Schluß mit Steuer- und Sozialgeschenken an die Wirtschaft, die Finanzmärkte/Versicherungen (Riester) und die Besser- und Bestverdiener. Schluß mit Lohndumping durch prekäre Beschäftigung durch Leiharbeit. Macht endlich wieder Politik und Gesetze für die Menschen, anstatt für Kapitalmärkte und Exportwirtschaft.

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