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19.04.2012

01:34 Uhr

Tarifstreit

Verdi kündigt Warnstreiks bei Banken an

Es soll weiter gestreikt werden: Die Gewerkschaft Verdi hat für Ende April Warnstreiks bei deutschen Banken angekündigt. Verdi fordert für die 220 000 Beschäftigten sechs Prozent mehr Gehalt.

Ein Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bläst während eines Warnstreiks in eine Pfeife. dapd

Ein Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di bläst während eines Warnstreiks in eine Pfeife.

BerlinDie Gewerkschaft Verdi will ihrer Tarifforderung im Bankgewerbe mit Warnstreiks zum Ende des Monats Nachdruck verleihen. „In bestimmten Gebieten und bei bestimmten Instituten werden die Beschäftigten einige Stunden lang die Arbeit niederlegen“, kündigte Verdi-Verhandlungsführerin Beate Mensch in der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag an. Es sei nicht mehr einzusehen, dass die Arbeitgeber auch nach zwei Verhandlungsrunden kein Angebot vorlegten, begründete die Gewerkschafterin die Verschärfung der Gangart.

Verdi fordert für die 220.000 Beschäftigten sechs Prozent mehr Gehalt. Die nächste Tarifrunde findet am 3. Mai statt. Mit der Gehaltsforderung bewege sich man auf demselben Niveau wie in anderen Branchen, zum Beispiel Metall, Chemie oder Telekom, sagte Mensch. Das sei gerechtfertigt, weil die großen Banken zumindest im klassischen Bankgeschäft wieder positive Ergebnisse erzielt hätten.

Auch das Derivategeschäft boome. Die Gewinne kämen aber nicht bei den Beschäftigten an. Der Arbeitgeberverband AGV hatte nach der zweiten Verhandlungsrunde Ende März erklärt, es gebe erste Bewegung in einzelnen Punkten.

Der Weg bis zu einer Tarifeinigung sei aber noch weit. Die Forderung der Gewerkschaft nach einer Lohnerhöhung um sechs Prozent hatten die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde Anfang März als unrealistisch zurückgewiesen. Der alte Tarifvertrag lief Ende Februar aus.

2010 hatten sich die Banker mit 1,6 Prozent mehr Lohn begnügen müssen - wobei es für die ersten acht Monate nur eine Einmalzahlung von 300 Euro gegeben hatte. Verhandelt wird über die Löhne und Gehälter bei den Großbanken, Privatbanken, Landesbanken und freien Sparkassen. Dort arbeitet etwa ein Drittel aller Beschäftigten in deutschen Banken. Die Postbank hat einen Haustarif, die Gehälter in den Kreis- und Stadtsparkassen folgen dem öffentlichen Dienst.

Von

rtr

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