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15.01.2013

16:55 Uhr

Tarifverhandlungen

Bahngewerkschaft will 6,5 Prozent mehr Lohn

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft fordert für die rund 150.000 Beschäftigten der Deutschen Bahn und der Bahnunternehmen 6,5 Prozent mehr Lohn. Zudem werde eine Verbesserung der Alterssicherung angestrebt.

Ein Schaffner der Deutschen Bahn mit einer Signalkelle. dapd

Ein Schaffner der Deutschen Bahn mit einer Signalkelle.

Frankfurt/BerlinDie Verkehrsgewerkschaft EVG fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für rund 150.000 Beschäftigte bei der Deutschen Bahn und ihren Konkurrenten. Daneben müsse es Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge geben, beschloss die Tarifkommission der Gewerkschaft am Dienstag in Frankfurt. Die Verträge sollten zwölf Monate laufen.

Die EVG verhandelt nicht mehr allein mit der Bahn, da inzwischen ein Tarifvertrag mit der Branche gilt. Dieser läuft Ende Januar aus. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern sollten in Kürze aufgenommen werden, hieß es weiter. Nach Vereinbarungen über das Problem der Überalterung der Bahn-Beschäftigten und zu einem Job-Ticket wolle man sich nun auf die deutliche Verbesserung der Einkommen konzentrieren, sagte Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba.

Viele Tarifverdienste unter Mindestlohnniveau

Konditoren

Im Konditorenhandwerk in Bayern etwa beginnt der Tarifverdienst bei 5,26 Euro je Stunde.

Fleischer

Auch Fleischer in Sachsen (6,00 Euro je Stunde).

Gärtner

Gärtner in Brandenburg (6,46).

Hotelbeschäftigte

Mitarbeiter im Hotel- und Gaststättengewerbe (6,29) erhalten bisweilen weniger als 6,50 Euro je Stunde.

Bäcker-Fachkräfte

Der tarifliche Anfangsverdienst für Bäcker- und Konditorengesellen liege in Mecklenburg-Vorpommern bei 6,97 Euro.

Friseur-Gesellen

Beschäftigte mit bestandener Gesellenprüfung im Friseurhandwerk Schleswig-Holstein bekommen 7,00 Euro.

Baubranche

Derzeit gelten in Deutschland in zehn Branchen - darunter vier Baubranchen - allgemeinverbindliche Mindestlöhne. Diese reichen von 6,53 bis 11,53 Euro je Stunde.

Wäschereien, Sicherheitsgewerbe, Pflegebranche

Nach den Daten des Bundesamtes liegt der Mindestlohn im früheren Bundesgebiet bei Wäschereidienstleistungen und größtenteils im Wach- und Sicherheitsgewerbe bei weniger als 8,00 Euro je Stunde. In den neuen Ländern werden 8,00 Euro des Weiteren bei der Gebäudereinigung und in der Pflegebranche unterschritten.

Mitte 2012 hatte die kleinere Lokführergewerkschaft GdL ein Tarifpaket von 7,3 Prozent für ihre Mitglieder ausgehandelt, allerdings bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Die EVG vertritt im Wesentlichen die übrigen Eisenbahner, steht aber mit der Lokführergewerkschaft in Konkurrenz, so dass deren Ergebnis auch als Messlatte für die EVG gilt.

Kommentare (2)

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15.01.2013, 19:11 Uhr

Die nächste Preiserhöhung ist längst beschlossen , die Energiepreise sind der Grund dafür , stellen sie sich nun noch die Mehrkosten vor , die diese Lohnerhöhung nach sich ziehen würde .
Ich denke nicht nur der "Michel" sollte Verzicht üben , Bahnbeamte sind jetzt auch gefragt .

Riplex

17.01.2013, 15:51 Uhr

Es sollte sich wohl rumsprochen haben, das bei der Bahn nicht nur Beamte beschäftigt sind. Die Bahn ist kein Staatsunternehmen mehr, wie viele glauben. Die Beamten die bei der DB AG noch tätig sind, sind nur Leiharbeiter vom Staat.
Der Durchschnittslohn als Tarifkraft bei der Bahn ist weniger wie 1500 € Netto. Und das für 12 Std.Dienste,6 Tage Wochen,Früh-Spät und Nachtdienst. Und dann sind noch die ganzen Sozialen Problemen die bei einem Job als Wechselschichtarbeiter entstehen.

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