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14.02.2012

16:44 Uhr

Tarifverhandlungen

Chemiearbeiter wollenl sechs Prozent mehr Geld

Bescheidener als die IG Metall zieht die Chemie- und Energiegewerkschaft in die Tarifverhandlungen. Die IG BCE fordert sechs Prozent mehr Lohn, während in der Metallindustrie „bis zu 6,5 Prozent“ zur Verhandlung stehen.

Die IG BCE fordert sechs Prozent mehr Lohn (Bild: Archiv). dapd

Die IG BCE fordert sechs Prozent mehr Lohn (Bild: Archiv).

Bochum/WiesbadenNach der Metall-Industrie und dem öffentlichen Dienst fordern nun auch die Chemie-Beschäftigten deutlich mehr Geld. Die Einkommen der rund 550 000 Mitarbeiter in der Chemie sollten um sechs Prozent steigen, forderte die Gewerkschaft IG BCE am Dienstag in Bochum nach einer Hauptvorstandssitzung. Die Chemie-Gewerkschaft liegt damit nur knapp unter den Forderungen der IG Metall von „bis zu 6,5“ Prozent und des öffentlichen Dienstes mit ebenfalls 6,5 Prozent. Die Verhandlungen beginnen Mitte April in Hessen.

Die Chemie-Arbeitgeber mahnten Realismus an und verwiesen auf die Konjunkturabschwächung durch die Schuldenkrise. Für die Branche seien längere und flexiblere Arbeitszeiten nötig, hieß es in einer Mitteilung. Die IG BCE begründet ihre Forderung dagegen mit der guten wirtschaftlichen Lage der Branche. Nach dem Rekordjahr 2011 habe sich die chemische Industrie auf hohem Niveau stabilisiert. Die Forderung bezieht sich auf 1900 Betriebe der Branche, für den Tarifvertrag will die Gewerkschaft eine Laufzeit von zwölf Monaten durchsetzen.

Die Arbeitgeber wollen die tariflich vereinbarte wöchentliche Freizeit für ältere Beschäftigte ab 55 Jahren kippen. Sie müssen bisher im Schichtbetrieb 3,5 Stunden weniger arbeiten als ihre jüngeren Kollegen. „Da immer weniger junge Fachkräfte nachrücken, müssen die vorhandenen Mitarbeiter länger arbeiten“, sagte Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen vom Verband BAVC in Wiesbaden laut einer Mitteilung. Nach den Vorstellungen der Gewerkschaft sollen dagegen im Tarifvertrag zu Lebensarbeitszeit und Demografie weitere Erleichterungen für Ältere eingebaut werden.

„Es muss in bestimmten Lebensphasen zeitliche Entlastungen geben“, sagte IG BCE-Tarifexperte Peter Hausmann. Längere Arbeitszeiten kommen für den Gewerkschafter nicht infrage: „Es wird für uns keine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche geben“, sagte er. Den Auftakt für die Tarifverhandlungen in den Regionen macht am 17. April der Bezirk Hessen. Die erste Verhandlungsrunde auf Bundesebene ist für den 7. Mai in Hannover geplant.

Von

dpa

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