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31.03.2006

10:37 Uhr

Tarifverhandlungen

IG-Metall droht mit Streik nach Ostern

Die IG-Metall macht Druck: Vizechef Berthold Huber forderte die Arbeitgeber ultimativ zu einem Entgegenkommen bei den Tarifverhandlungen für die Metallbranche auf. Andernfalls sei ein Streik nach Ostern sicher.

Warnstreik im Daimler-Chrysler-Werk in Sindelfingen. Foto: ap

Warnstreik im Daimler-Chrysler-Werk in Sindelfingen. Foto: ap

HB MÜNCHEN. „Tut sich bis nach Ostern nichts, ist die Zeit reif für Entscheidungen über einen Streik“, sagte Huber der „Passauer Neuen Presse“. Die IG Metall wolle eine Lösung nach Möglichkeit aber vor einem Arbeitskampf. Die Metall- und Elektroindustrie sei schließlich nicht der öffentliche Dienst, in dem seit acht Wochen gestreikt wird. Über wolkige Äußerungen der Arbeitgeber lasse sich nicht besonders gut verhandeln. Nun müssten konkrete Angebote her, sagte Huber. Die IG Metall werde sich nicht wochenlang hinhalten lassen. Für Freitag kündigte die IG Metall Warnstreiks in mehreren hundert Betrieben an.

Forderungen der Arbeitgeber, dass die Beschäftigten in Betrieben mit Neueinstellungen ein wenig länger arbeiten sollten, lehnte Huber ab. „Hier wird eine generelle Erhöhung der Arbeitszeiten allein zu Lasten der Arbeitnehmer versucht“, sagte er.

Bei Unternehmen, die sich im Wettbewerb behaupten könnten, gebe es keinen Grund, über längere Arbeitszeiten noch zusätzlich etwas zum Betriebsgewinn beizutragen. Und bei Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen biete der Flächentarifvertrag schon jetzt flexible Möglichkeiten. Gleichzeitig verteidigte Huber nochmals die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität steige um bis zu zwei Prozent, die Inflation betrage mehr als zwei Prozent. „Da ist unsere Forderung nur gerechtfertigt“, sagte er.

Zu Warnstreiks war unter anderem bei den Autokonzernen DaimlerChrysler, Audi, BMW, Opel sowie bei Zulieferern aufgerufen. Außerdem seien Proteste bei Airbus und Werften wie HDW und Neptun geplant. In den vergangenen Tagen hatten Zehntausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeit zeitweise niedergelegt, um den Druck auf die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen zu erhöhen.

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