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04.03.2013

18:13 Uhr

Tarifverhandlungen

IG Metall pocht auf 5,5 Prozent mehr Lohn

In den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektrobranche fordert die IG Metall für zwölf Monate Laufzeit 5,5 Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaft ist verhandlungsbereit – doch auch Streiks sind möglich.

IG-Metall-Chef Berthold Huber. Reuters

IG-Metall-Chef Berthold Huber.

FrankfurtDie Gewerkschaft IG Metall will mit der Forderung nach bis zu 5,5 Prozent mehr Lohn in die anstehenden Tarifrunde ziehen. Angestrebt werde für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ein Tarifvertrag mit einer Laufzeit von zwölf Monaten, teilte die Gewerkschaft am Montag nach einer Vorstandssitzung mit. "Wenn der Außenbeitrag zum Wirtschaftswachstum in 2013 stabil bleibt, braucht Deutschland eine zusätzliche Dynamik durch die private Nachfrage", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber. Die Forderung sei angemessen und für die Unternehmen finanzierbar. Die Arbeitgeber wiesen die Empfehlung der IG-Metall-Spitze umgehend zurück.

Mit ihrer Forderung bleibt die IG Metall hinter den Begehrlichkeiten anderer Gewerkschaften zurück. So will die IG Bau 6,6 Prozent erreichen, im öffentlichen Dienst stehen 6,5 Prozent im Raum. IG-Metall-Chef Huber hatte die vergleichsweise niedrige Marke bereits Ende Februar verteidigt: Die alte Lokomotiv-Funktion gebe es nicht mehr. Laut Huber orientiert sich die IG Metall an Inflationsrate, Produktivitätszuwachs und einem Zuschlag für die Belebung des privaten Konsums.

"Wir werden dafür sorgen, dass sich die gute Entwicklung der Tarifeinkommen in der Metall- und Elektroindustrie auch in diesem Jahr fortsetzt", sagte der Gewerkschaftsboss. Die Beschäftigten hätten dies verdient. Im vergangenen Jahr hatte die IG Metall 4,3 Prozent mehr Lohn erstritten.

Der neue Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger kritisierte die Gewerkschaft. "Ich habe den Eindruck, die Forderung ist künstlich mit heißer Luft aufgeblasen", sagte Dulger. Der Ruf nach einem Zuschlag für den privaten Konsum sei nicht nachvollziehbar. Die Unternehmen hätten 250.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. "Die zu sichern muss Vorrang haben", sagte Dulger. Die Produktion in der Branche sei 2012 sogar leicht geschrumpft und für das laufende Jahr werde nur mit einem minimalen Wachstum gerechnet. Die vorausgesagte Erholung stehe auf tönernen Füßen.
Die regionalen Tarifkommissionen der Gewerkschaft sollen nun am 13. März über die Höhe der Forderung beraten. Anschließend will der Gewerkschaftsvorstand die Forderung am 15. März endgültig festlegen. Die neue Tarifrunde beginnt am 19. März in Bayern und im Bezirk Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz). Die alten Tarifverträge laufen am 30. April aus.


Von

rtr

Kommentare (1)

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OskarSpringstein

04.03.2013, 17:43 Uhr

Warum denn nur 5% ?..... 15% sind angemessen !

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