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09.03.2013

16:04 Uhr

Tarifverhandlungen

Länder-Angestellte bekommen 5,6 Prozent mehr Gehalt

Bei der Entlohnung für die Angestellten der Länder haben die Tarifparteien einen Kompromiss gefunden. 5,6 Prozent mehr wird es künftig geben. Ein leidige Frage bleibt jedoch unbeantwortet.

5,6 Prozent mehr Gehalt für Länder-Beschäftigte

Video: 5,6 Prozent mehr Gehalt für Länder-Beschäftigte

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PotsdamDie rund 800.000 Angestellten der Länder bekommen mehr Geld: In diesem und im kommenden Jahr erhalten sie in zwei Schritten ein Gehaltsplus von insgesamt 5,6 Prozent. Darauf verständigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber am Samstag nach zähen Tarifverhandlungen in Potsdam. Ungelöst blieb aber der Streit über die Bezahlung der angestellten Lehrer. Deshalb könnte es - trotz der Einigung bei den Entgelten - schon nach Ostern neue Warnstreiks der Lehrer geben.

Die Entgelterhöhung erfolgt in zwei Stufen: Zunächst steigen die Gehälter rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent. Ab 1. Januar 2014 folgt ein weiterer Anstieg um 2,95 Prozent. Die Einigung bleibt damit hinter der Forderung der Gewerkschaften zurück: Sie hatten ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent über eine Laufzeit von maximal einem Jahr verlangt.

Tarifsteigerungen nach Branchen in 2012

Platz 1

Das Investitionsgütergewerbe mit einem Plus von 3,3 Prozent.

Platz 2

Das Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit einem Plus von 3,0 Prozent.

Platz 3

Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft mit einem Plus von 2,9 Prozent.

Platz 4

Das Nahrungs- und Genussmittelgewerbe mit einem Plus von 2,8 Prozent.

Platz 5

Der Handel mit einem Plus von 2,7 Prozent.

Platz 6

Private Dienstleistungen, Organisationen ohne Erwerbszweck mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Platz 7

Das Baugewerbe mit einem Plus von 2,5 Prozent.

Platz 8

Verkehr und Nachrichtenübermittlung mit einem Plus von 2,3 Prozent.

Platz 9

Gebietskörperschaften, Sozialversicherung mit einem Plus von 2,2 Prozent.

Platz 10

Das Verbrauchsgütergewerbe mit einem Plus von 2,1 Prozent.

Platz 11

Energie- und Wasserversorgung, Bergbau mit einem Plus von 2,1 Prozent.

Platz 12

Kreditinstitute, Versicherungsgewerbe mit einem Plus von 2,0 Prozent.

Die weiteren Verhandlungsergebnisse: Alle Landesangestellten haben künftig einheitlich 30 Tage Urlaubsanspruch, Auszubildende erhalten 27 Tage. Die Gehälter der Lehrlinge steigen rückwirkend zum 1. Januar 2013 um 50 Euro und ab 1. Januar 2014 um weitere 2,95 Prozent. Außerdem bekommen Auszubildende bei erfolgreicher Abschlussprüfung eine anschließende Anstellung garantiert.

Der große Knackpunkt der Lehrer-Bezahlung blieb aber offen. Die Gewerkschaften wollten erreichen, dass sich die Arbeitgeber zum Einstieg in einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 200 000 angestellten Lehrer bereiterklären. Bislang gibt es von Land zu Land große Gehaltsunterschiede. Die erhoffte Annäherung blieb aber aus. In der Streitfrage, in welche Gehaltsklasse sie eingruppiert werden, gilt für die Lehrer keine Friedenspflicht. Sie dürfen also streiken.

Der Verhandlungsführer der Länder, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), sprach von einem guten Kompromiss. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaften, Verdi-Chef Frank Bsirske, äußerte sich zufrieden zu dem Gehaltsplus, beklagte aber den Misserfolg in der Lehrer-Frage. Der Verhandlungsführer des Beamtenbundes, Willi Russ, sprach von einem „Abschluss mit Licht und doch recht viel Schatten“. Dass das Problem der Lehrer-Bezahlung ungelöst bleibe, sei eine große Enttäuschung.

Kommentare (11)

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Micha

09.03.2013, 11:24 Uhr

30 Urlaubstage? Auch für Lehrer?
Wo und in welcher Zeit leben die?

Account gelöscht!

09.03.2013, 11:58 Uhr

Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten. So lässt es sich viel besser leben. Dann gehören Sie (auch) zum inneren Kreis, die pro Jahr 30 Arbeitstage haben, statt 30 Urlaubstage. ;-)

Rentner

09.03.2013, 14:08 Uhr

Ich sehne mich zurück zu den Zeiten eines Herrn Klunckers.
Da war eine Lohnerhöhung eine Lohnerhöhung nicht das was hier VERDI uns verkaufen will...der ist wieder über den Tisch gezogen worden.
Mir ist sowieso Schleierhaft, wieso machen diese Vollpfosten nicht gleich 50% Lohnerhöhung ab, für die nächsten 22 Jahre, dann bleibt einen das Dumpf gequatsche von Bsirske erspart

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