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30.04.2014

17:13 Uhr

Tarifverhandlungen

Samstagsarbeit bei Banken wieder ein Thema

Am Montag beginnen die Tarifverhandlungen für rund 210.000 Beschäftigte im privaten und öffentlichen Bankgewerbe. Vorab wird bekannt: Die Arbeitgeber wollen, dass einige Mitarbeiter samstags arbeiten – ohne Zuschlag.

Deutsche-Bank-Personalvorstand Stephan Leithner führt die Verhandlungen für den Arbeitgeberverband. dpa

Deutsche-Bank-Personalvorstand Stephan Leithner führt die Verhandlungen für den Arbeitgeberverband.

FrankfurtBei den Tarifverhandlungen für die privaten und öffentlichen Banken kommt auch das umstrittene Thema Samstagsarbeit auf den Tisch. Die Arbeitgeber wollen erreichen, dass bis zu 15 Prozent der Beschäftigten am Samstag eingesetzt werden könnten, ohne Zuschläge zu zahlen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft DBV am Mittwoch in Düsseldorf. „Das wird der größte Knackpunkt sein.“

Bisher dürfen die tariflich bezahlten Mitarbeiter der Branche samstags nur eingesetzt werden, wenn eine andere Bank in der gleichen Stadt auch geöffnet hat. Die Tarifverhandlungen für gut 210.000 Mitarbeiter in Groß- und Privatbanken, Landesbanken und Bausparkassen beginnen am Montag in Berlin.

Der DBV-Sprecher sagte, den Arbeitgebern gehe es offenbar nicht vorrangig darum, die Filialen länger zu öffnen, sondern liegengebliebene Arbeit am Wochenende erledigen zu lassen. „Die Filialöffnung am Samstag rechnet sich für die Banken gar nicht.“ Die Arbeitgeberverbände AGV Banken und VÖB betonten, es gehe um „mehr Flexibilität durch einen maßvoll erweiterten Spielraum bei der Samstagsarbeit“. Sie seien bereit, über eine Begrenzung zu sprechen. Es gehe lediglich um einen punktuellen Einsatz der Arbeitskräfte, betonte ein Sprecher des AGV.

Die beiden Gewerkschaften Verdi und DBV gehen mit unterschiedlichen Gehaltsforderungen in die Verhandlungen. Verdi hatte eine Pauschalzahlung von 100 Euro pro Monat und eine Gehaltserhöhung um 3,5 Prozent gefordert, der deutlich kleinere DBV (Deutscher Bankangestellten-Verband) will 5,3 Prozent mehr Geld und eine nicht bezifferte Einmalzahlung. Zudem fordert der DBV, der nach eigenen Angaben ein Drittel der organisierten Bankangestellten vertritt, eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 38 von 39 Stunden.

Der AGV bezifferte die Lohnforderung von Verdi auf 6,2 Prozent, die des DBV auf 7,9 Prozent. Beides sei deutlich zu hoch: „Wir sind - anders als die Gesamtwirtschaft - nicht auf Erholungskurs. Deshalb ist unser Verteilungsspielraum eingeschränkt“, sagte Deutsche-Bank-Personalvorstand Stephan Leithner, der die Verhandlungen für den AGV führt. Der Verhandlungsführer der öffentlichen Banken, SaarLB-Chef Thomas Buchbinder, sagte, die Banken hätten beim Gehalt keinen Nachholbedarf.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

02.05.2014, 11:11 Uhr

So erreicht man endlich mehr Familienfreundlichkeit!

Account gelöscht!

05.05.2014, 20:08 Uhr

Liiiiebe Zeit, da wird so viel von der sog. "guten alten Zeit" geschwafelt und getraeumt,in der es angeblich noch richtige Familien gegeben haben soll, damals hat aber der Papa auch samstags den ganzen Tag gearbeitet mehr als 50 Stunden woche, und die Mamma hat die Waesche per Hand gewaschen! Und heute? Familie, d.h. 3 Personen keine Zeit fuer die Familie, laecherlich!

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