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19.03.2012

08:59 Uhr

Tarifverhandlungen

Verdi-Chef droht mit „großem Arbeitskampf“

Frank Bsirske drängt auf einen Abschluss der Tarifverhandlungen in öffentlichen Dienst. Sollte bis Ende März keine Einigung vorliegen, starte ein „großer Arbeitskampf“. In zwei Ländern läuft der nächste Warnstreik.

Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer Demonstration in Berlin. Reuters

Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer Demonstration in Berlin.

BerlinVerdi-Chef Frank Bsirske hat vor einem Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gewarnt. „Wir werden uns Ende März einigen müssen, oder die Verhandlungen scheitern“, sagte Bsirske am Montag im ZDF-Morgenmagazin. „Dann wird es einen großen Arbeitskampf geben“, sagte er und bekräftigte die Forderung nach höheren Entgeltsteigerungen. „Ich habe deutlich gemacht, dass 3,3 Prozent mehr Lohn nicht ausreichen werden“, sagte der Gewerkschaftsvertreter. „Was wir jetzt brauchen, ist eine deutliche Reallohnerhöhung.“ Die dritte und letzte vereinbarte Verhandlungsrunde ist für den 28. und 29. März geplant.

Die Arbeitgeber haben für die rund zwei Millionen Beschäftigten ein Plus von 3,3 Prozent über 24 Monate in zwei Stufen angeboten. Zudem sollte es eine Einmahlzahlung in diesem Jahr von 200 Euro geben. Die Gewerkschaft wies das Angebot als zu niedrig zurück. Verdi fordert Lohnerhöhungen von 6,5 Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro im Monat.

In Niedersachsen und Bremen startete unterdessen die zweite Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. So sollten unter anderem Busse und Straßenbahnen in den Depots bleiben. Am Dienstag sollen Aktionen in Bayern und Hessen folgen. Mit Ausständen ist unter anderem bei der Müllabfuhr, in Krankenhäusern, bei der Schifffahrtsverwaltung sowie in öffentlichen Kitas zu rechnen.

Vorläufiger Höhepunkt sind dann landesweite Warnstreiks am Mittwoch in Nordrhein-Westfalen (NRW). Bereits während der ersten Warnstreikwelle hatten in NRW 55.000 Beschäftigte die Arbeit verweigert. Im Laufe der Woche sollen die Warnstreiks auch die ostdeutschen Bundesländer und Berlin erfassen.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

19.03.2012, 11:14 Uhr

Es ist schon verwunderlich, wie sich jetzt die Gewerkschaft Verdi ins Zeug legt. Jahrzehntelang, wurde zur Lohnzurückhaltung aufgefordert, aus den unmöglichsten Gründen, nun also der Umschwung warum???
Ist dies die Vorgabe der SPD um an die Macht zu gelangen?
Oder wirklich ehrlich gemeint von Verdi?
Ich bin mir nicht ganz sicher aus welchem Grund, nun diese angekündigten Streiks???
Danke

Account gelöscht!

19.03.2012, 11:44 Uhr

Ja, es ist schon etwas merkwürdig.
Jahrelang konnte man den Eindruck haben, es gibt gar keine Gewerkschaften mehr. Zumindest haben sie nicht mehr die Interessen der Bürger vertreten, sondern waren Teil der Politik
Von daher erstaunt auch mich der Umschwung, gerade von Ver.di.
Ich selbst habe keine guten Erfahrungen mit Ver.di gemacht und mein Gewerkschaftsbuch abgegeben

theo

19.03.2012, 12:00 Uhr

Die Gewerkschaften führen sich mittlerweile als Staat im Staate auf.Vielleicht sollten die Tarifverhandlungen ganz einfach nur zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern verhandelt werden. Ein Versuch wäre in jedem Falle angebracht.Experten sollte hier einmal kritisch Untersuchungen anstellen.

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