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23.05.2012

11:59 Uhr

Tarifzuschläge

Kostenexplosion bei der Zeitarbeit

VonDietrich Creutzburg

Die IG Metall setzt neue Tarifzuschläge durch - und verteuert damit die Löhne für Leiharbeiter erheblich. Für die Betriebe steigen die Kosten bei gleicher Beschäftigung um mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

Neue Lohnzuschläge belasten die Metall- und Elektrobranche. ap

Neue Lohnzuschläge belasten die Metall- und Elektrobranche.

BerlinDrei Tage nach dem Rekord-Tarifabschluss für die gut 3,6 Millionen Stammbeschäftigten der Metall- und Elektroindustrie kommt ein weiterer starker Kostenschub auf die etwa 6.000 betroffenen Unternehmen zu. Sie werden künftig auch noch deutlich höhere Rechnungen für ihre derzeit rund 240.000 Zeitarbeiter bezahlen müssen.

Denn die IG Metall vereinbarte gestern mit den Arbeitgebern der Zeitarbeitsbranche ein neues System von Lohnzuschlägen für alle Zeitarbeiter, die in Metall- und Elektrobetrieben eingesetzt werden.

Nach Berechnungen des Handelsblatts steigen damit die Kosten der Zeitarbeit für die Metall- und Elektroindustrie um bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, falls die Betriebe nicht Beschäftigung zurückfahren. Die beschlossene Lohnerhöhung von 4,3 Prozent für die Stammbeschäftigten belastet die Unternehmen bereits mit mehr als sechs Milliarden Euro im Jahr.

Beides zusammen steigen die Lohnkosten damit rechnerisch wie bei einer normalen Tariferhöhung von deutlich mehr als fünf Prozent.

Der neue Tarifvertrag sieht vor, dass Zeitarbeitsfirmen ihren Arbeitnehmern ab November einen Branchenzuschlag zahlen müssen, sobald sie diese in einen Metallbetrieb schicken, also etwa zu einem Maschinenbauer oder Autozulieferer. Die neuen Zuschläge stocken den ansonsten für die ganze Zeitarbeitsbranche einheitlichen Tariflohn auf. Sie machen je nach Einsatzdauer im Betrieb bis zu 50 Prozent dieses Grundlohns aus.

Nach sechs Wochen werden 15 Prozent fällig, danach steigt der Zuschlag in vier weiteren Stufen, bis nach neun Monaten 50 Prozent erreicht sind. In der Lohngruppe für ungelernte Hilfskräfte steigt der Zeitarbeiterlohn damit von der Ausgangsbasis bei 8,19 Euro auf bis zu 12,29 Euro je Stunde. In der obersten Gruppe für Zeitarbeiter mit akademischer Bildung hebt der Zuschlag den Lohn von 18,75 auf bis zu 28,13 Euro an.

Kommentare (15)

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RalphFischer

23.05.2012, 12:50 Uhr

Heuuuuuuuulll.....
Buhuhuuhuuuuuuu

Wir können nicht mehr so viel sparen wenn wir Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzen.

Die Welt geht unter.

Schluchz

Thomas-Melber-Stuttgart

23.05.2012, 16:36 Uhr

Wer sagt eigentlich, daß ein "Leiharbeiter" billiger als ein Mitarbeiter der Stammbelegschaft sein muß? Flexibilität hat schließlich ihren Preis.

D.Roth

24.05.2012, 13:20 Uhr

D.Roth
Schade nur, dass die scheinbare Besserstellung eher bewirken wird, dass gerade gering qualifiziertes Personal, das bisher oft einen langjährigen, unbefristeten Arbeitsvertrag bei der Zeitarbeit hatte, nun den Job verlieren wird bzw. erschwerte Bedingungen bei der Jobsuche vorfinden wird. Ich bin nicht sicher, ob die Aussicht auf einen zukünftig deutlich höheren Verdienst dem Arbeitsuchenden mehr Geld in die Tasche bringen wird, wenn er dafür keinen Job mehr findet, weil er zu teuer geworden ist...

Wem, außer dem Geldsäckel der Gewerkschaften durch erhofften Mitgliederzuwachs, soll diese unverhältnismäßige Erhöhung etwas nutzen?

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