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15.01.2005

11:34 Uhr

Teilzeitbeschäftigung scheitert an fehlenden Betreuungsmöglichkeiten

Wirtschaft und Gewerkschaften fordern bessere Kinderbetreuung in Betrieben

Nach Meinung von DIHK-Chef Braun nutzt eine bessere Kinderbetreuung auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Gewerkschaften forderten mehr Betriebskindergärten.

HB BERLIN. Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften haben gefordert, die Kinderbetreuung in den deutschen Firmen zu verbessern. Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, sagte der «Bild am Sonntag», der Kinderwunsch dürfe nicht an der «mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf» scheitern.

Nach Überzeugung des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, bedeutet die Schaffung von mehr Möglichkeiten zur Kinderbetreuung eine notwendige Investition in die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Braun sagte der Chemnitzer «Freien Presse», nur eine Gesellschaft, die heute ausreichend in Betreuungsangebote für Kinder investiere, «wird morgen ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit behaupten können».

Aus Sicht des DIHK-Chefs ist der Mangel an zeitlich flexiblen Angeboten bei der Betreuung von Kindern die «entscheidende Ursache», dass insbesondere Frauen Teilzeitjobs nicht annehmen könnten. «Nicht am fehlenden Willen der Unternehmen, sondern an fehlenden Betreuungsmöglichkeiten scheitert eine schnellere Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung», sagte er. Flexible Betreuungszeiten müssten daher den flexiblen Arbeitszeiten folgen.

Auch die Gewerkschaften drängen darauf, das Problem Kinderbetreuung anzugehen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer forderte die Unternehmen auf, dringend mehr für die Kinderbetreuung zu tun. Nur dann könne das «Potenzial der gut ausgebildeten Frauen» genutzt werden, sagte sie der «Bild am Sonntag».

Die Gewerkschafterin forderte eine größere Unterstützung der Firmen bei der Vermittlung von Kinder-Betreuungsplätzen sowie mehr Betriebskindergärten. Zudem muss es nach Meinung Engelen-Kefers für Eltern künftig möglich sein, bei Krankheit des Kindes problemlos betrieblichen Sonderurlaub nehmen zu können.

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