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29.08.2014

10:32 Uhr

Terror-Angst in Deutschland

Warten auf den großen Anschlag

VonDietmar Neuerer

ExklusivReisebewegungen deutscher Islamisten nach Syrien oder in den Irak alarmieren den Verfassungsschutz: Kehren die Kämpfer zurück, stellen sie ein unkalkulierbares Risiko dar. Ein Anschlag ist nur eine Frage der Zeit.

Die Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verbreiten im Irak Furcht und Schrecken - ihre Sympathisanten könnten in Deutschland Anschläge verüben.

Die Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) verbreiten im Irak Furcht und Schrecken - ihre Sympathisanten könnten in Deutschland Anschläge verüben.

BerlinIslamisten aus Deutschland, die in Konfliktgebiete gehen und kampferprobt zurückkehren, stellen für die Sicherheitsbehörden eine große Herausforderung dar. Das Thema hat durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), die sowohl in Syrien als auch im Irak Gebiete kontrolliert und ein „Kalifat“ ausgerufen hat, deutlich an Brisanz gewonnen. Selbst die Bundesregierung ist in Alarmstimmung. „Diese Männer haben gelernt zu töten und zu hassen. Sie stellen eine Gefahr für unser Land dar“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere der „Bild am Sonntag“.

Doch während de Maizieres britische Kollegin Theresa May schon neue Gesetze gegen radikale Islamisten ankündigte und die Bürger auf einen langen Kampf gegen eine „tödliche Extremistenideologie“ einstimmte, hat die deutsche Politik bisher kein Rezept gegen die Radikalisierung junger Muslime gefunden, die als „Gotteskrieger“ in arabische Krisenregionen ziehen. Dabei wächst die Angst vor Anschlägen, die diese Kämpfer auch in Deutschland verüben könnten.

Aus Sicht des Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, hat sich die Rückkehr von Syrienkämpfern inzwischen zu einem europäischen Problem entwickelt. „Wir müssen uns auf die Möglichkeit von Anschlägen in Europa einstellen“, sagte Maaßen auf Anfrage von Handelsblatt Online. „Diese Dimension stellt eine große Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar, bei der eine enge Kooperation unabdingbar ist.“

Der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, sprach von einer abstrakten Gefährdung. „In Sicherheitskreisen fragt man sich eigentlich nicht mehr, ob ein Anschlag in Deutschland passieren wird, sondern wann“, sagte Schulz Handelsblatt Online.

So viel kostet ein Terroranschlag

Die exakten Kosten...

... ... für Anschläge von Terrororganisationen sind schwierig zu bestimmen, wurden jedoch gerade als Folge von 9/11 von den Ermittlungsbehörden taxiert.

500.000 US-Dollar...

... haben demnach die Anschläge vom 11. September gekostet. Es ist die höchste Summe, die soweit bekannt, jemals für einen Terrorangriff ausgegeben wurde. Bereitgestellt wurde das Geld durch Überweisungen.

Die Kosten-Nutzen-Rechnung...

... aus Sicht der Islamisten ist dabei gerade nach 9/11 perfekt aufgegangen. Den 500.000 investierten Dollars stehen direkte Kosten des Sachschadens 15,5 Milliarden US-Dollar gegenüber plus weitere Milliarden Belastungen der Haushalte durch den „Kampf gegen den Terror“ und gesamtwirtschaftliche Kosten, etwa für Fluglinien und Versicherungen.

Die Bombenanschläge auf Bali...

... mit mehr als 200 Todesopfern im Oktober 2002 kosteten die Terroristen deutlich weniger. So wird die Summe, die dafür aufgewendet wurde, mit 50.000 Dollar taxiert.

Die Anschläge von Madrid...

... vom 11. März 2004 auf Nahverkehrszüge, bei denen 192 Menschen starben, werden mit maximal 15.000 Dollar angegeben.

Extrem niedrige Kosten...

... für die Islamisten verursachten die Anschläge auf die U-Bahn in London im Juli 2005 mit mehr als 30 Toten zur Rushhour am 7. Juli 2005. Die vier Bomben, vier Rucksäcke, Handys und Zugtickets kosteten die Terroristen höchstens 2000 Dollar.

Diese Mikrofinanzierung...

... des Terrors macht es so schwierig, die Finanzströme mit den üblichen Kontrollen aufzudecken und zu stoppen. Das zentrale Mittel dieser Organisationen sind die selbstmordbereiten Attentäter, für deren individuellen und kollektiven Deradikalisierung aus Sicht von Experten zu wenig getan wird.

Quelle

German Institute of Global and Area Studies/Konrad-Adenauer-Stiftung/eigene Recherche

Laut Maaßen ist der Strom der aus Deutschland nach Syrien ausreisenden Dschihadisten ungebrochen. „Wir wissen mittlerweile von über 400 Ausreisen“, sagte er. Aus BDK-Sicht dürfte die tatsächliche Anzahl aber „deutlich darüber“ liegen. „Einige von ihnen sind bei Kämpfen getötet worden, einige sind mittlerweile aber auch schon wieder zurück in Deutschland“, sagte Schulz. „Nicht alle der Rückkehrer haben Kampferfahrungen und zahlreiche sind stark traumatisiert.“

Chef-Geheimdienstler Maaßen sprach von etwa 25 Rückkehrern, die Kampferfahrung in Syrien gesammelt hätten. Es gebe aber derzeit keine Anhaltspunkte, dass diese Personen einen konkreten terroristischen Auftrag in Deutschland verfolgen.

Kommentare (36)

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Herr J.-Fr. Pella

29.08.2014, 10:40 Uhr

Einreise bzw. Rückreise nach Deutschland verbieten!!
Anstehende Einzelprozesse in Kauf nehmen, hauptsächlich diese Typen kommen nicht rein.

Account gelöscht!

29.08.2014, 10:48 Uhr

Bin mal gespannt wann die EU und vor allen Deutschland aus ihrem Öko-Sozialistischen Gutmenschentum von Friede-Freude Eierkuchen - wir haben uns alle lieb - aus ihren Trämuereien einer Multi-Kulti-Gesellschaft mit teilweise Missachtung des deutschen Grundgesetz (machen wollen ja sogar das Scharia-Gesetz oder den Islam als Gesetz haben) gebombt werden.
Für manche Grün-Sozialisten zählen ja die Werte anderer Kulturen mehr als die eigenen Werte. Ist schon sehr weit gekommen mit diesen Grün-Sozialistischen Gedankengut einer Roth, eines Trittin, einer Höhhn, eines Ströbele usw.

Frau Sonja Huber

29.08.2014, 10:57 Uhr

Frau Merkel, ist doch ihr Schwur " Zum Wohle des deutschen Volkes, Schaden von im abwenden.

Wenn das kein Meineid ist.

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