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18.01.2009

22:13 Uhr

Terror

Deutschland im Fadenkreuz der El Kaida

Die Gefahr von Anschlägen islamistischer Extremisten ist nach Einschätzung der Bundesregierung größer geworden. „Der Anschlag vor der Deutschen Botschaft in Kabul und die jüngsten islamistischen Drohvideos gegen Deutschland verdeutlichen, dass die terroristische Bedrohung eine neue Qualität gewonnen hat“, teilte das Innenministerium nach der Auswertung eines ausschließlich an Deutschland adressierten Video der El Kaida mit.

Der Unbekannte in den Drohvidoe soll aus Deutschland stammen. Foto: dpa dpa

Der Unbekannte in den Drohvidoe soll aus Deutschland stammen. Foto: dpa

HB BERLIN. „Durch solche Drohvideos werden Anschläge in Deutschland vorbereitet.“ Deutschland sei „in den besonderen Fokus“ der Extremistenorganisation gerückt. Der Sprecher in dem Film stamme aus Deutschland.

In dem Video kündigte das Islamistennetzwerk Vergeltung für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan an. „Sollten die Deutschen ... leichtgläubig und naiv meinen, als drittgrößter Truppensteller ungeschoren davon zu kommen, dann sind deutsche Politiker im Bundestag leider fehl am Platz“, sagte ein vermummter Sprecher in dem per Internet verbreiteten Film. Der Mann, der sich „Abu Talha der Deutsche“ nennt, fügte hinzu: „Eure Soldaten sind nirgends sicher.“

„Ihr könnt diesen Krieg niemals gewinnen, auch wenn wir Euch militärisch und materiell unterlegen sind“, erklärte der Mann. Die Atombombe seiner Organisation sei die Autobombe. Wer glaube, zwischen El Kaida und den radikal-islamischen Taliban trennen zu können, habe seinen Feind nicht verstanden, führte er weiter aus. Beide seien bereit, für den anderen „aufs Ganze“ zu gehen. Erst am Samstag war vor der deutschen Botschaft in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Anschlag verübt worden, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen und zahlreiche weitere verletzt wurden.

In der Mitteilung des Ministeriums hieß es, der Sprecher in dem Video habe Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2007 verlassen und sich vermutlich in einem Lager im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet für den Dschihad (heiligen Krieg) ausbilden lassen. Es müsse damit gerechnet werden, dass der Mann Kontakt zur Spitze der Al-Kaida habe. Besonders besorgniserregend sei die Thematisierung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan, das Auftreten von Menschen aus Deutschland und die deutschlandbezogene Darstellung.

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