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12.07.2017

10:04 Uhr

Terror schürt Sorgen

Jeder Zweite fühlt sich unsicherer als früher

Haben die Terroristen in Deutschland ihr Ziel erreicht, die Menschen in Verunsicherung zu stürzen und gar Einfluss auf ihr Leben zu nehmen? Manche lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, doch viele machen sich Sorgen.

Nach den Anschläge von Paris, Brüssel und Nizza hatte der Terror im vergangen Jahr auch Deutschland erreicht. dpa

Gedenken

Nach den Anschläge von Paris, Brüssel und Nizza hatte der Terror im vergangen Jahr auch Deutschland erreicht.

MünchenNach den Terroranschlägen der vergangenen zwei Jahre fühlt sich jeder Zweite in Deutschland unsicherer als zuvor. Tendenziell ist die Unsicherheit im Osten etwas größer, hier sind es 53 Prozent, im Westen 50 Prozent. Das ergab eine Umfrage des Instituts YouGov Deutschland im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Frauen reagierten erheblich besorgter als Männer. 57 Prozent fühlten sich etwas oder deutlich unsicherer, bei den Männern waren es nur 44 Prozent.

Immerhin 40 Prozent der Befragten – 46 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen – gaben an, ihr Sicherheitsgefühl sei unverändert.

Nach den Anschlägen von Paris, Brüssel und Nizza hatte der Terror im vergangenen Jahr auch Deutschland erreicht: Mit einer Axt und dem Ruf „Allahu Akbar“ („Gott ist groß“) ging am 18. Juli ein Flüchtling in einer Regionalbahn bei Würzburg auf Fahrgäste los und verletzte fünf Menschen. Am 22. Juli erschoss ein psychisch kranker Schüler in München bei einem Amoklauf neun Menschen und sich selbst. Zwei Tage später zündete in Ansbach beim ersten islamistischen Selbstmordanschlag auf deutschem Boden ein syrischer Flüchtling eine Rucksackbombe, verletzte 15 Personen und kam selbst ums Leben.

Mehr als die Hälfte der Bundesbürger (56 Prozent) glaubt, dass die Menschen lernen müssen, mit Terroranschlägen in Deutschland zu leben. Die künftige Anschlagsgefahr schätzen die meisten als hoch ein. Vier von fünf Menschen (84 Prozent) sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass islamistische Extremisten in den nächsten zwölf Monaten in Deutschland ein Attentat verüben. Jeder Zweite (50 Prozent) rechnet mit rechtsextremen Anschlägen. 43 Prozent halten Gewalttaten seitens Linksextremer für möglich.

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Dabei gibt es Unterschiede zwischen Ost und West: Während im Osten (47 Prozent) die Gefahr eines rechten Anschlags niedriger eingeschätzt wird als im Westen (51 Prozent), ist das Verhältnis bei den linksmotivierten Anschlägen umgekehrt (Ost: 47 Prozent/West: 43 Prozent). Die Befragung fand allerdings vor den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg statt.

Analog zu dieser Gefahreneinschätzung wünschen die Menschen vor allem mehr Maßnahmen gegen islamistische Gewalt. 70 Prozent sind der Meinung, die Bundesregierung tue nicht genug gegen den islamistischen Terror. 57 Prozent finden, es werde nicht ausreichend gegen Gewalt von rechten Extremisten vorgegangen. 51 Prozent sehen die Maßnahmen gegen Gewalt von Links als unzureichend an.

Die allermeisten Menschen (85 Prozent) befürworten die verschärften Vorkehrungen bei Veranstaltungen, etwa beim Oktoberfest. Dort dürfen seit dem vergangenen Jahr beispielsweise keine größeren Taschen mehr mitgenommen werden, an den Eingängen wird kontrolliert.

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Trotz der latenten Gefahr gab gut ein Drittel der Befragten (37 Prozent) an, sie hätten ihr Leben nicht geändert. Andere hingegen haben ihre Gewohnheiten angepasst: Bei möglicher Mehrfachnennung gaben 38 Prozent an, dass sie die Terrorgefahr mehr bei ihrer Urlaubsplanung berücksichtigen als noch vor zwei Jahren, 29 Prozent verzichten auf Veranstaltungen mit vielen Menschen oder auf öffentlichen Plätzen und 13 Prozent greifen zu Dingen wie Abwehrspray, wenn sie das Haus verlassen.

Insgesamt 15 Prozent haben sogar schon einmal den Gedanken gefasst, Deutschland zu verlassen und in ein sichereres Land zu ziehen – oder zumindest in eine sicherere Wohngegend, etwa aufs Land. Gut die Hälfte (54 Prozent) ist hingegen noch nie auf diesen Gedanken gekommen, ein Viertel (24 Prozent) bewertet die eigene Wohngegend ohnehin als sehr sicher.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Günther Schemutat

12.07.2017, 10:35 Uhr

Die größte Angst bei mir und Bekannten liegt in der unfähigen Politik die hin zum größten Staatsversagen zielt. Der Staat kann uns nicht schützen , in Hamburg meiner Heimatstadt .sah man die Grenze des Möglichem und das macht Angst.
Weiterhin gibt es keine Verbesserungen in diesem Land was die Sicherheit betrifft, sie wird durch Politiker weiter ausgebaut wie gesagt durch Unfähigkeit und teilweise sogar als Verbündete des Terror. Man schliesst eher Staatsverträge mit Organisationen hinter denen Terror gegen unseren Staat vermutet wird, Man gibt Millionen Euro aus um Steuercds zu kaufen und sollte Millionen ausgeben für die Sicherheit und um Leute aus der Islamistischen Szene zu kaufen.

Die Aussage von Politikern wie De Maiziere wir müssen mit der Bedrohung leben ,
ist Staatsversagen. Dann will ich mich auch zu Wehr setzen und zwar richtig.
Das heist Waffenfreigabe für die Bevölkerung . Dann geht man sicherer durch dunkle Strassen. Obwohl mittlerweile Menschen schon am hellen Tag von Terroristen Treppen runter und vor U/S Bahnen gestossen werden .

Die Suche nach den Tätern dauert so lange bis sie sich absetzen können. Wozu Kameras? Wenn diese Bilder erst Monate oder Jahre später zur Suche genutzt werden. Staatsversagen auf allen Ebenen. Schuld ist die Bevölkerung die keine Politische Bildung an Schulen fordert. Nur die Grünen haben sich der Schüler angenommen. Wie jeder Diktator auch haben sie erkannt , wer Kinder erzieht , erzieht sie nach den eigenen Vorstellungen .

Herr Günther Schemutat

12.07.2017, 11:09 Uhr

Wenn Scholz um 11:30 eine Regierungserklärung abgibt , wird er nicht zurück treten.
Wie Volker Beck und Co ist er der ähnlichen Meinung, dass Linkschcaoten nicht bestimmen, wer diese Stadt regiert obwohl Scholz und Fegebank der Kopf der roten Flora sind und
sie diese immer wie persönliches Eigentum schützen. Aber die gehört den Steuerzahlern. Scholz und Fegebank werden doch politisch getragen durch Linkschaoten. Bei Volker Beck war es vermutlich ähnlich, Drogendealer können doch nicht bestimmen wer im Bundestag sitzt, nur weil er da regelmässig Drogen gekauft hatte.Man stelle sich vor, Aufstände wie in Hamburg gäbe es in 3-4
Städten. was dann?

Herr Riesener Jr.

12.07.2017, 12:59 Uhr

Artikel: "29 Prozent verzichten auf Veranstaltungen mit vielen Menschen oder auf öffentlichen Plätzen und 13 Prozent greifen zu Dingen wie Abwehrspray, wenn sie das Haus verlassen."

Wenn das stimmt, sind die Auswirkungen des Terrors und der Migration dramatisch.

Daher ist es unbedingt erforderlich, dass es ein maximal breites Bündnis gegen den Terror gibt: länderübergreifend (Kooperation auch mit Trump und Putin) und in Deutschland. Und hier müssten die friedlichen Moslems eine viele größere Rolle spielen.

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