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08.09.2011

18:56 Uhr

Terroralarm in Berlin

Fahnder nehmen Bombenbauer fest

Terrorfahnder haben in Berlin einen Anschlag in einem frühen Stadium vereitelt. Sie nahm einen Verdächtigen fest, der Chemikalien für eine Bombe gekauft hatte. Die Polizeigewerkschaft spricht von einer realen Bedrohung.

Polizisten vor einem islamischen Kulturverein in Berlin Wedding. Beamte durchsuchten das Vereinsgebäude. dpa

Polizisten vor einem islamischen Kulturverein in Berlin Wedding. Beamte durchsuchten das Vereinsgebäude.

BerlinKurz vor dem zehnten Jahrestag der Attentate vom 11. September hat die Berliner Polizei zwei Terrorverdächtige festgenommen und damit möglicherweise einen Anschlag verhindert. Die beiden Männer arabischer Herkunft sollen sich für den Bau einer Bombe Chemikalien besorgt haben. Vermutlich wollten sie einen Sprengsatz aus Kältepackungen und einer Säure herstellen. Es gebe aber keine Erkenntnisse, dass ein Zusammenhang mit dem Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington bestehe, so die Polizei am Donnerstag. 

Zwei Betrieben in Berlin und Baden-Württemberg waren Bestellungen in verdächtiger Menge aufgefallen. „Damit hätten sie einen Sprengsatz von erheblicher Sprengwirkung herstellen können“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. In einer Wohnung im Berliner Stadtteil Neukölln wurden flüssige Chemikalien sichergestellt. Nach Medienberichten soll es sich hauptsächlich um Schwefelsäure handeln. 

Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 28-jährigen Mann aus dem Gaza-Streifen und einen 24-jährigen Deutschen libanesischer Abstammung, der in Berlin Medizin studiert. Die Männer gehören nach bisherigen Erkenntnissen vermutlich keiner internationalen Terrorgruppe an. „Wir haben keinen Hinweis darauf, dass hier am 11. September eine Bombe hochgehen sollte“, sagte der Sprecher. Was die Verdächtigen genau planten oder wem ein möglicher Anschlag gelten sollte, war zunächst nicht bekannt.

Die Tatsache, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen nicht übernahm, spricht gegen eine größere Dimension. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt nur bei schwerwiegenden staatsgefährdenden Straftaten von besonderer Bedeutung, sagte ein Behördensprecher. „Dafür gibt es in diesem Fall keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte.“ Bei der Berliner Polizei hieß es, die Fahnder hätten „weit im Vorfeld“ reagiert. Der Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel sagte der dpa, bislang wisse man nichts von einem konkret geplanten Anschlag oder einem konkreten Ziel. 

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sieht die Festnahme als Erfolg, der auch dem neuen Strafverfolgungsparagrafen 89 a zu verdanken ist. Nach diesem Paragrafen könne bereits die frühe Vorbereitung einer schweren Gewalttat bestraft werden, erklärte Körting. Die Polizei müsse nicht erst abwarten, „bis die Gefahren unmittelbar bevorstehen und es eventuell zu spät ist“. Die Aufnahme von Vorbereitungstaten in das Strafgesetzbuch durch das Gesetz vom 30. Juli 2009 sei daher gerechtfertigt gewesen, so Körting. Die große Koalition von CDU/CSU und SPD hatte das Gesetz im Bundestag gegen FDP, Grüne und Linke durchgesetzt. 

220 Polizisten waren am Donnerstag im Einsatz. Sie durchsuchten Räume eines islamischen Kulturvereins und einer Moschee in Berlin-Wedding sowie die Wohnungen der beiden Männer in Kreuzberg und Neukölln. 

Die Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft liefen schon länger. Die beiden Männer wurden seit Wochen observiert. Sie stehen unter dem Verdacht der Vorbereitung einer schweren Straftat. Laut Medienberichten wurde für die Ermittlungen eine Gruppe namens „Regenschauer“ gegründet. 

Kommentare (8)

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Kalle

08.09.2011, 11:25 Uhr

Der Kauf von Kunstdünger und Diesel muss noch stärker kontrolliert werden (Anmeldepflicht), am Besten einen Spengstoffschein verlangen. Dazu muss natürlich die Überwachung noch weiter verstärkt werden insbesondere die Käufer von Chemiebaukästen müssen lückenlos erfasst werden.

Parteien_und_Finanzdiktatur

08.09.2011, 11:43 Uhr

In Deutschland gibt es bereits über 80 Millionen Terroristen.

Fragen Sie Schäuble und Friedrich.

flyingfridge

08.09.2011, 11:47 Uhr

Bitte auch den Kauf größerer Mengen Cola Light und Mentos meldepflichtig machen, eine echt explosive Mischung.

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