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01.05.2015

15:12 Uhr

Terrorgefahr in Frankfurt

Keine Entwarnung nach Absage des Radrennens

Die Polizei in und um Frankfurt ist weiter in höchster Alarmbereitschaft. Zwar wurde ein Paar nach einem Bombenfund festgenommen. Es könnte jedoch Komplizen haben – und Verbindungen zu islamistischen Gruppierungen.

SEK-Einsatz in Hessen

Ehepaar aufgeflogen wegen Spirituskauf im Baumarkt

SEK-Einsatz in Hessen: Ehepaar aufgeflogen wegen Spirituskauf im Baumarkt

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Wiesbaden/OberurselDie Polizei hat ein für Freitag geplantes Radrennen nach einem Bombenfund abgesagt. Dennoch wollen die Sicherheitskräfte die Strecke wegen Terrorgefahr bewachen. Zwar sitzt ein verdächtigtes Paar aus Oberursel in Untersuchungshaft. Es ist jedoch unklar, ob es Komplizen hat. Das Traditionsrennen am 1. Mai sollte möglicherweise Ziel eines islamistischen Anschlagsversuchs werden.

Das Ehepaar wohnte in Oberursel, in unmittelbarer Nähe der Radstrecke. Im Keller des Hauses des 35 Jahre alten Mannes und seiner 34 Jahre alten Frau hatten die Ermittler in der Nacht zum Donnerstag eine funktionsfähige Rohrbombe, 100 Schuss scharfe Munition, Teile eines Sturmgewehrs G3 und eine Übungsgranate für eine Panzerfaust sichergestellt. Das Material sei geeignet, eine Vielzahl von Menschen zu töten oder zumindest schwer zu verletzen, sagte die Präsidentin des hessischen Landeskriminalamts, Sabine Thurau.

Das Paar soll Ende März in einem Frankfurter Baumarkt eine größere Menge Wasserstoffperoxid gekauft haben und dabei falsche Personalien angegeben haben. Der Baumarkt informierte die Polizei. Der Kauf der Chemikalie in größeren Mengen ist meldepflichtig. Neben drei Litern Wasserstoffperoxid wurde im Keller der Beschuldigten auch Aceton sichergestellt. In Mischung mit Salzsäure entsteht daraus hochexplosiver Sprengstoff.

Beschuldigter soll Kontakte zu Salafisten gehabt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft unterhielt der beschuldigte Mann Verbindungen zur Extremistenszene im Rhein-Main-Gebiet. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach von einem salafistischen Hintergrund der Verdächtigen. Der Mann soll der Staatsanwaltschaft zufolge vor Jahren Verbindung zur islamistischen Sauerland-Gruppe gehabt haben. Vier Mitglieder der Sauerland-Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden. Der Mann war der Polizei auch wegen anderer Delikte wie Körperverletzung, Einbruch und Nötigung bekannt. Gegen das Paar, das türkische Wurzeln hat, erließ ein Richter am Donnerstagabend Haftbefehl. Der Grund: Verdacht auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Der Mann sei in den vergangenen Tagen auf Parkplätzen und im Wald entlang der Rennstrecke von Oberursel auf den Feldberg beobachtet worden. Zwar sei ein geplantes Anschlagsziel nicht bekannt, es habe aber deutliche Überschneidungen von Streckenverlauf und Bewegungsprofil der Beschuldigten gegeben. Mehrere Hundert Polizisten hatten am Donnerstag den Wald an der Strecke durchkämmt, aber zunächst nichts gefunden.

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