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22.01.2017

19:49 Uhr

Terrorverdacht in Wien

Mutmaßlicher Komplize in Neuss gefasst

Ein Spezialeinsatzkommando hat in Neuss den möglichen Komplizen des Wiener Terrorverdächtigen festgenommen. Die deutsche Regierung hatte Österreich bereits Freitag eine Zusammenarbeit bei den Ermittlungen angeboten.

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Konrad Kogler (rechts), der Innenminister Wolfgang Sobotka (Mitte) und der General Karl Mahrer informieren Medien über die Festnahme eines Terrorverdächtigen. dpa

Terroranschlag in Wien verhindert

Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Konrad Kogler (rechts), der Innenminister Wolfgang Sobotka (Mitte) und der General Karl Mahrer informieren Medien über die Festnahme eines Terrorverdächtigen.

Neuss/Berlin/KarlsruheEin mutmaßlicher Komplize eines in Wien verhafteten Terrorverdächtigen ist im nordrhein-westfälischen Neuss gefasst worden. Der Mann sei am Samstag von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte „Focus Online“ darüber berichtet.

Die österreichischen Behörden hatten am Freitag einen 17-jährigen Terrorverdächtigen in Wien festgenommen. Er steht im Verdacht, einen Terroranschlag in Österreichs Hauptstadt geplant zu haben. Die Ermittler vermuten einen radikal-islamistischen Hintergrund.

Deutschland hat der österreichischen Regierung enge Kooperation zugesichert. Bereits am Freitag sei Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mit seinem österreichischen Kollegen Wolfgang Sobotka in Kontakt gewesen und habe jede Unterstützung angeboten, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Berlin.

Anti-Terror-Einsatz in Neuss

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Die österreichischen Sicherheitsbehörden und das Bundeskriminalamt (BKA) arbeiteten eng zusammen, sagte der Ministeriumssprecher. Nähere Angaben machte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht. Der Fall zeige aber einmal wieder, dass Europa ein einheitlicher Gefahrenraum sei und es keine Grenzen gebe. „In unserer Zusammenarbeit haben wir darauf bereits reagiert, und sie funktioniert“, sagte der Sprecher.

Die Bundesanwaltschaft hat zurzeit nicht vor, die Ermittlungen gegen den in Neuss verhafteten Terrorverdächtigen an sich zu ziehen. Derzeit sei nicht beabsichtigt, die Ermittlungen zu übernehmen, sagte am Sonntagabend ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe. Anders wäre es, wenn sich der Verdacht der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer Terrorvereinigung bestätigen würde, etwa bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der Tatverdächtige aus Wien habe in Neuss als Gast bei dem Festgenommenen übernachtet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. Besprochen hätten die beiden Anschläge gegen Bundeswehrziele. Die Staatsanwaltschaft beantragte nach Angaben des Sprechers einen Haftbefehl wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Wien: Anschlag soll zeitnah geplant gewesen sein

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Der Verdächtige war den Behörden als Kleinkrimineller bekannt. Nun wollte er einen Anschlag in Wien verüben. Die Polizei konnte ihn stoppen. Erste Ermittlungen deuten auf eine radikal-islamistische Gesinnung hin.

Nach Informationen von „Focus Online“ soll der Verdächtige einen Bombenanschlag auf Polizisten und Bundeswehrsoldaten in Deutschland geplant haben. Den Ermittlungen zufolge habe der inhaftierte Neusser in engem Kontakt zu dem 17-jährigen Islamisten aus Wien gestanden. Beide hätten in der Neusser Wohnung mit Mitteln zur Herstellung von Sprengstoff experimentiert.

„Der Ermittlungszusammenhang zwischen dem aktuellen Fall und Deutschland ist evident“, sagte der Sprecher des österreichischen Innenministeriums am Sonntag. Das Alter des Wiener Verdächtigen wurde von den Behörden von 18 auf 17 Jahre korrigiert-

Von

dpa

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