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03.05.2015

10:40 Uhr

Terrorverdächtige von Frankfurt

Islamistische Gewaltvideos bei Bomben-Paar gefunden

Wer ist das Ehepaar aus Oberursel, das möglicherweise einen Terroranschlag verüben wollte? Erste Ermittlungsergebnisse sprechen für einen islamistischen Hintergrund. Ob es Mittäter gibt, ist weiter unklar.

Die Polizei hat in der Wohnung eines Ehepaares eine Bombe gefunden, die mutmaßlich für einen Anschlag gedacht war. dpa

Wohnungsdurchsuchung in Oberursel

Die Polizei hat in der Wohnung eines Ehepaares eine Bombe gefunden, die mutmaßlich für einen Anschlag gedacht war.

WiesbadenWenige Tage nach dem wohl im letzten Moment vereitelten Terroranschlag in Hessen erhärtet sich der Verdacht eines islamistischen Hintergrunds. Ermittler haben auf einem Computer des festgenommenen Ehepaars aus Oberursel bei Frankfurt Gewaltvideos gefunden.

Diese seien dem islamistischen Extremismus zuzuordnen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Wiesbaden am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Der Computer sei in der Wohnung der türkischstämmigen Eheleute sichergestellt worden.

Die beiden mutmaßlichen islamistischen Attentäter in Hessen haben einem Zeitungsbericht zufolge Kontakte zu Syrien-Rückkehrern gehabt. Vor allem die Daten der beschlagnahmten Handys hätten Aufschluss darüber gegeben, dass das verhaftete Ehepaar weitreichende Verbindungen in die deutsche Islamistenszene hatte, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Glossar – der politische Islam

Einen einheitlichen Islam...

… gibt es nicht. Die Religion hat etwa 1,6 Milliarden Anhänger weltweit. Doch die regional unterschiedlichen Spielarten des Glaubens variieren stark. Die meisten Muslime leben beispielsweise nicht etwa in einem Land auf der arabischen Halbinsel, sondern in Indonesien. Dort sind mit knapp 13 Prozent aller Muslime der Welt so viele Gläubige beheimatet wie in keinem anderen Staat.

Die Verwendung...

… von Begriffen wie Islamismus, politischem Islam, Fundamentalismus, radikalem Islam und Dschihadismus erfolgt in der Debatte oft nicht trennscharf. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 werden sie oftmals synonym und wenig trennscharf verwendet. Meist sollen mit „Islamismus“ solche fanatischen und gewalttätigen Gruppen mit terroristischer Ausrichtung erfasst werden, die sich auf den Islam beziehen.

Islamismus...

… bzw. Islamisten stehen für für alle politischen Auffassungen und Handlungen, die im Namen des Islams die Errichtung einer allein religiös legitimierten Gesellschafts- und Staatsordnung anstreben.

Problematisch ist,...

… dass gerade späteren Strömungen die Absicht eigen ist, den Islam nicht nur zur verbindlichen Leitlinie für das individuelle, sondern auch für das gesellschaftliche Leben zu machen. Oft geht das einher mit einer Ablehnung der Trennung von Religion, was ein Spannungsverhältnis schafft zu den Prinzipien von Individualität, Menschenrechten, Pluralismus, Säkularität und Volkssouveränität.

Friedliche Islamisten...

… sehen die Gewaltanwendung zur Durchsetzung ihres Ziels – der Errichtung eines islamischen Staats - nicht als ihr vorrangiges politisches Instrument.

Als Mittel des Widerstands...

… haben sich islamistische Strömungen allerdings in vielen Staaten entwickelt. Grobe Faustregel: Je stärker sie unterdrückt wurden, desto eher neigten sie zur Radikalisierung und einer Fokussierung auf den bewaffneten Kampf. So etwa in Syrien und in Ägypten.

Terrorismus...

… ist daher eines von mehreren Mitteln und Handlungsstilen, die Islamisten benutzen. Andere Beispiele sind Parteipolitik und Sozialarbeit.

Der Dschihad...

… bedeutet wörtlich „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“ für Gott, nicht Gotteskrieg. Man muss unterscheiden zwischen dem „großen Dschihad“ als Kampf gegen sich selbst, also umgangssprachlich gesagt Überwindung des eigenen „inneren Schweinehundes“ und dem „kleinen Dschihad“, dem Kampf im militärischen Sinne. Die Übersetzung von Dschihadisten als „Gotteskrieger“ verzerrt den Begriff daher, weil es einen einseitigen Fokus auf den bewaffneten Kampf legt.

Bei der Observation des 35 Jahre alten Deutsch-Türken sei festgestellt worden, dass er Kontakte zu "Gefährdern" aus der Islamistenszene im Rhein-Main-Gebiet gehabt habe. Darunter seien auch Personen, die nach Syrien in den Bürgerkrieg reisen wollten oder von dort zurückgekehrt seien.

An der Universität Frankfurt hätten die beiden Deutschtürken zeitgleich ein Pharmakologie-Seminar besucht, berichtet die „Bild am Sonntag”. Das belegten Dokumente der Universität und Aussagen ehemaliger Mitstudenten.

Bei dem Mitstudenten von Halil Ibrahim D. soll es sich um einen Man handeln, der 2011 vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt worden war, weil er für Al-Kaida wiederholt Propagandafilme im Internet veröffentlicht und Tipps zur Sprengstoffherstellung gegeben hatte. Die milde Strafe verdankte er unter anderem einem umfassenden Geständnis und einer nach Einschätzung des Richters guten Sozialprognose.

Das Paar war in der Nacht zum Donnerstag von einem Spezialeinsatzkommando in Oberursel im Taunus festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. In der Wohnung fanden Ermittler eine Rohrbombe, Munition, Teile eines Sturmgewehrs G3 und eine Übungsgranate für eine Panzerfaust. Vermutlich hatten die beiden das für den 1. Mai geplante Radrennen „Rund um den Finanzplatz Frankfurt-Eschborn“ im Visier, das dann kurzfristig abgesagt wurde.

Kommentare (3)

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Herr Wolfgang Trantow

04.05.2015, 10:13 Uhr

Gewalt vom Islam? Da sind unsere Spitzenpolitiker wie Merkel, Gauck, Wulff usw. ganz anderer meinung. So will Hr. Gauck sogar Schulen, damit man den Islamgläubigen besser das morden beibringen kann. Islam = Tötet Andersgläubige! Warum schweigen wohl unsere christlichen Politiker zu den Morden, Verfolgungen an den Christen weltweit? Weil Sie schon innerlich zum Islam übergetreten sind!

Herr Billyjo Zanker

04.05.2015, 11:40 Uhr

Würde die Politik endlich mal reagierten und diese Glaubensvollidioten nach der Ausreise, die Einreise verbieten, zumal es auch noch ein Ausländer (Türke ) ist, sollte das doch kein Problem sein. Es ist ein Rätsel das so etwas überhaupt nach dem Verlassen des Landes eine erneute Grenzüberschreitung zugestanden wird. Gleiches muß für alle Ausländer, auch mit dt. Paß gelten.
Da ließe sich viel Gefahrenpotential ,in welcher Form auch immer, für die Bevölkerung vermeiden. Aber die Politik, so scheint es, veranstaltet auch noch Werbung, denn Äußerungen wie: "Der Islam gehört zu Deutschland, wir müssen eine Willkommenskultur," und ähnliches wird dem islamischen Mopp Tür und Tor geöffnet, zum Nachteil der deutschen Bevölkerung.

Frau Margrit Steer

04.05.2015, 12:23 Uhr

Billyjo Zanker
ich stimme Ihnen voll zu.
Aber wir haben ja nur noc antideutsche Politiker

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