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05.01.2013

11:42 Uhr

Teure Knöllchen

Städte kassieren mehr Geld von Parksündern

Zahlreiche deutsche Städte melden laut einer Umfrage höhere Einnahmen von Parksündern. Teurere Knöllchen mit dem neuen Bußgeldkatalog sollen den angeschlagenen Kommunen weitere Millionen einbringen.

Ab April werden Knöllchen teurer und sollen Kommunen hohe Mehreinnahmen bringen. dpa

Ab April werden Knöllchen teurer und sollen Kommunen hohe Mehreinnahmen bringen.

Autofahrer sind für deutsche Städte eine zunehmend sprudelnde Einnahmequelle. Zahlreiche deutsche Großstädte nahmen im vergangenen Jahr mehr Geld durch Parkgebühren ein, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd in 14 deutschen Bundesländern ergab. Zugleich verbuchten einige Städte ein Minus bei den Bußgeldern von Falschparkern. Doch hier stehen die Zeichen auf Grün: Wenn ab April, wie von der Bundesregierung geplant, die Bußgelder für Parkgebühren-Preller steigen, wird auch hier die Kasse wieder klingeln.

Dank Parkgebühren und Bußgeldern für Falschparker flossen hochgerechnet mehrere Hundert Millionen Euro aus den Geldbeuteln der Autofahrer in die Kassen der Kommunen, wie aus den Rathäusern zu erfahren war. Allein die großen Städte in Hessen freuten sich im vergangenen Jahr über mehr als zwölf Millionen Euro Einnahmen aus Bußgeldern von Parksündern - die regulären Parkgebühren sprudeln häufig noch stärker.

Über die Höhe der Parkgebühren kann jede Stadt selbst entscheiden - begrenzt durch Obergrenzen, die das Land definiert. Stuttgart und Schwerin aber nahmen mehr ein, weil die Stadt vergangenes Jahr zusätzliche Stellplätze kostenpflichtig machte. Die Mitarbeiter der Städte ziehen aus den Parkscheinautomaten ganz unterschiedliche Summen - in Köln nach eigenen Angaben mehr als 16 Millionen Euro, in Frankfurt am Main dagegen lediglich vier.

Köln liegt bei den Einnahmen ohnehin ganz weit vorne - kostenlose Stellflächen sind auch weitab des Domes Mangelware. In Stuttgart etwa zahlten Autofahrer vergangenes Jahr nur 5,1 Millionen Euro an Parkgebühren, was einem Plus von einer halben Million Euro entsprach. Leicht sinkende Einnahmen aus Parktickets meldeten wenige Kommunen, darunter etwa Hannover. Das Minus in der Landeshauptstadt Niedersachsens fiel mit etwa 200.000 Euro gering aus.

Kommentare (8)

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black

05.01.2013, 12:17 Uhr

selbst Schuld...für normale Parkgebühren habe ich durchaus Verständnis.

Christoph

05.01.2013, 12:43 Uhr

Die Bußgelder sind weiterhin zu gering. Meine Erfahrung zeigt mir, dass mit etwas Fußweg fast immer ein ordentlicher Parkplatz zu finden ist. Auch in einer Stadt wie Frankfurt am Main. Nur sind Sie mal beispielsweise mit einem Rollstuhl unterwegs. Fast alle abgesenkten Kreuzungsbereiche werden ohne Rücksicht zugeparkt. Meiner Meinung nach hängt das Parkverhalten doch sehr mit der jeweiligen persönlichen Einstellung zusammen. Da empfinde ich die oft sehr hohen Parkgebühren eher als störrend.

muunoy

05.01.2013, 13:06 Uhr

Ich verstehe so langsam den dummen Deutschen Michel nicht mehr. Offensichtlich geht es den meisten Leuten in DE finanziell prächtig.
Die Kommunen, welche in großem Stil Steuergelder veruntreut haben und keinerlei Bereitschaft zeigen, mal bei sich selbst zu sparen, erfinden laufend neue Einnahmequellen, und jeder macht mit.
In meiner Heimatkommune Münster zeigt sich die Stadtverwaltung vollkommen unsolidarisch mit der Bevölkerung und lehnt nahezu jeden Sparvorschlag ab. Stattdessen wurden so ziemlich alle städtischen Abgaben und Steuern drastisch erhöht.
Den Parkgebühren kann man jedoch ausweichen, was man alleine aus Protest schon tun sollte. Nachdem auch in Münster die Parkgebühren auf 3 EUR für die erste Stunde erhöht wurden, parke ich auch nicht mehr gebührenpflichtig. Einkaufen kann man auch auf der grünen Wiese oder im Internet. Und wenn ich doch mal in die Stadt muss, nehme ich halt einen etwas längeren Fußweg in Kauf. Aber so lange sich nur wenige wehren, werden die Kommunen weiter daran arbeiten, die Bevölkerung maximal abzuzocken.

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