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17.07.2013

12:28 Uhr

Teure Zigaretten

Weniger Steuereinnahmen wegen Tabaksteuer

Rauchen ist für den Staat eine lukrative Einnahmequelle. Nach der jüngsten Erhöhung der Tabaksteuer besorgt sich mancher seine Zigaretten am Fiskus vorbei. In 2013 wurden bisher so wenige Zigaretten versteuert wie nie.

Eine Zigarette in einem Aschenbecher. Etwa 19,6 Milliarden Zigaretten und damit 4,3 Prozent weniger wurden im ersten Halbjahr 2013 versteuert. dpa

Eine Zigarette in einem Aschenbecher. Etwa 19,6 Milliarden Zigaretten und damit 4,3 Prozent weniger wurden im ersten Halbjahr 2013 versteuert.

WiesbadenDie Erhöhung der Tabaksteuer hat dem deutschen Fiskus einen Einnahmerückgang eingebrockt: Im ersten Halbjahr 2013 wurden 36,6 Milliarden Zigaretten versteuert und damit so wenige wie nie in diesem Zeitraum seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Nach dem Rückgang zu Jahresbeginn wurden auch im zweiten Quartal mit gut 19,6 Milliarden Stück 4,3 Prozent weniger Glimmstengel versteuert als ein Jahr zuvor. Auch die Menge des versteuerten Feinschnitts sank - um 7,7 Prozent auf 6371 Tonnen. Dagegen erhöhten sich der Absatz von Pfeifentabak (plus 6,9 Prozent auf 256 Tonnen) sowie Zigarren und Zigarillos (plus 4,7 Prozent auf 879 Mio Stück).

„Die Entwicklung führen wir vor allem auf die Steueranhebung zum 1. Januar zurück“, sagte ein Statistiker. In Deutschland müssen Raucher seit Jahresbeginn tiefer in die Tasche greifen - als Konsequenz einer 2010 beschlossenen stufenweisen Erhöhung der Tabaksteuer. Damals hatte die Bundesregierung eine Anhebung auf den Weg gebracht, die bis 2015 eine Preissteigerung von vier bis acht Cent pro Jahr für eine Schachtel Zigaretten ausmacht. Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die zweitwichtigste Verbrauchssteuer.

Nachdem Industrie und Handel die Steuererhöhung im laufenden Jahr zunächst vielfach selbst übernommen hatten - auch weil mit fünf Euro je Zigaretten-Schachtel eine gewisse Schmerzgrenze erreicht schien - zogen große Hersteller jüngst die Preise für die Verbraucher an.

Nach Einschätzung von Experten besorgen sich viele Raucher deshalb billigere Ware jenseits der Grenze - vor allem solche, die nahe der östlichen Nachbarländer leben. Einer früheren Schätzung des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG zufolge wird mehr als jede fünfte in Deutschland gerauchte Zigarette nicht hierzulande versteuert. Steuerausfall: etwa vier Milliarden Euro.

Den Zahlen des Bundesamtes zufolge wurden im zweiten Quartal 2013 Tabakwaren im Wert von 5,9 Milliarden Euro versteuert. Das waren 131 Millionen Euro beziehungsweise 2,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Großteil der versteuerten Summe (4,9 Mrd Euro) entfiel auf Zigaretten. Für das gesamte Halbjahr addierten sich die versteuerten Verkaufswerte im Handel auf 11,0 Milliarden Euro. Das war der niedrigste Wert für die ersten sechs Monate eines Jahres seit dem ersten Halbjahr 2001 (10,5 Mrd Euro).

Von

dpa

Kommentare (10)

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cannerrara

17.07.2013, 13:14 Uhr

Irgendein Schlauberger müsste doch die Steuermindereinnahmen vorher berechnet haben, oder? Die rot-grünen Bevormunder sind wahrscheinlich nicht dazu in der Lage. Außer Verboten und Steuererhöhungen haben die nichts, aber auch gar nichts auf Lager. Es bleiben versteckte Kommunisten, denen jedes Mittel zur Macht recht ist. Und das gilt es zu verhindern. Nicht zu vergessen: die Sozialverräterschaft als Mittäter unter Schröder.

JJJ

17.07.2013, 13:28 Uhr

Was wird wohl mit der Finanztransaktionssteuer passieren?

Wird wohl weniger Kapitalertragssteuer, Soli und auch weniger Dividendensteuern geben.

Immer der gleiche Bullshit mit den kommunistischen Kleingeistern.

Wolfsfreund

17.07.2013, 13:29 Uhr

Wie war das noch: Steuern erheben ist wie die Kunst, eine Gans so zu rupfen, daß sie ohne allzu großes Geschrei möglichst viele Federn läßt. Ich weiß nicht, woher der Spruch stammt, aber er paßt. Hier wurde der Bogen überspannt, wobei allerdings auch zu berücksichtigen wäre, daß Rauchen inzwischen nicht mehr wirklich cool ist, zumindest nicht bei der Bevölkerung mit gehobenem Bildungsstandard.

@ cannerrara
Mit den GrünSozialisten haben sie recht. Bevormunden, ausplündern, gängeln, schurigeln, drangsalieren, Moral und Wasser predigen, aber Champus saufen, Hummer essen und Porsche fahren, das ist alles, was diese rotgrüne Mischpoke zuwege bringt. Wer diese verdeckten Kommunisten wählt, hat m.E. entweder eine leicht masochistische Ader oder keinen Verstand oder beides.

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