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08.06.2014

10:56 Uhr

Thomas de Maizière

Die Stimmung im Innenministerium ist „unter aller Sau“

Bundesinnenminister de Maizière will das Innenministerium neu strukturieren. Der personelle Umbau wurde per Hausmitteilung verkündet. Das stößt einigen Beamten übel auf. Sie wollen sich mit rechtlichen Schritten wehren.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Im Innenministerium sind die Beamten auf ihren Chef nicht allzu gut zu sprechen. dpa

Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Im Innenministerium sind die Beamten auf ihren Chef nicht allzu gut zu sprechen.

BerlinBundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stößt mit dem personellen Umbau seiner Behörde offenbar auf heftigen Widerstand und muss sich harte Worte der eigenen Mitarbeiter gefallen lassen. Die „Bild am Sonntag“ zitierte aus zwei Mitarbeiterbriefen, in denen der Personalrat dem Minister vorgeworfen haben soll, „das Vertrauen massiv enttäuscht“ zu haben: „Wir bedauern, dass es in unserem Haus Übung geworden ist, die Betroffenen vor vollendete Tatsachen zu stellen, anstatt sie einzubinden oder zumindest als Erste zu informieren“, heiße es darin. Eine „mitarbeiterfreundliche Kommunikationskultur“ sehe anders aus.

Dem Bericht zufolge hatte de Maizière die Neuorganisation des Ministeriums und die personellen Umbesetzungen Mitte Mai per Hausmitteilung verkündet, den Personalrat und die meisten Spitzenbeamten damit aber offenbar überrascht. „Ein solches Vorgehen haben wir hier noch nie erlebt“, zitierte die „Bild am Sonntag“ einen Abteilungsleiter. Die Stimmung sei „unter aller Sau“.

Mehrere Spitzenbeamte wollen sich den Angaben zufolge notfalls sogar mit rechtlichen Schritten gegen ihre Versetzung wehren. Innenministeriumssprecher Johannes Dimroth sagte der Zeitung: „Da einige Bereiche des Hauses betroffen sind, werden die Entscheidungen selbstverständlich diskutiert. Neben kritischen Stimmen treffen die Maßnahmen in weiten Teilen auch auf Zustimmung der Mitarbeiter.“

Die personellen Veränderungen sollten dem Bericht zufolge mit Wirkung zum 2. Juni in Kraft treten, angesichts der Widerstände wurde die Reform jedoch kurzfristig verschoben.

Von

afp

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