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10.09.2016

10:51 Uhr

Thomas de Maizière

Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland so hoch wie nie zuvor

Noch nie zuvor hat es so viele islamistische Gefährder in Deutschland gegeben. Laut Innenminister de Maizière leben hierzulande mehr als 500 Personen, denen die Behörden schwere, politisch motivierte Straftaten zutrauen.

Der Innenminister warnt davor, Muslime unter Generalverdacht zu stellen. dpa

Thomas de Maizière

Der Innenminister warnt davor, Muslime unter Generalverdacht zu stellen.

BerlinKurz vor dem 15. Jahrestag der Terror-Anschläge vom 11. September 2001 in den USA hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière vor der hohen Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland gewarnt. "Ihre Zahl ist mit über 520 Personen so hoch wie nie zuvor", sagte de Maizière der "Bild"-Zeitung. "Gefährder sind Personen, bei denen bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung, begehen werden", sagte der Minister.

Neben den Gefährdern stufen die Länder laut Bundesinnenminister de Maizière "noch rund 360 Personen als sogenannte 'relevante Personen' ein." Dabei handelt es sich um mögliche Unterstützer bei einer schweren politisch motivierten Straftat.

Zwar arbeiten die Sicherheitsbehörden laut de Maizière "mit Hochdruck daran, alle potenziellen Terroristen im Blick zu haben" und es gebe "so viele Ermittlungsverfahren und Festnahmen wie seit Jahren nicht". Dennoch müssten die Behörden "auch mit bislang unerkannten terroristischen Einzeltätern rechnen."

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De Maizière vor dem Missbrauch des Islam durch islamistische Terroristen und forderte eine Distanzierung der Muslime in Deutschland von islamistisch motivierten Terror-Akten. "Es ist ein Missbrauch der Religion, sich für Mordanschläge auf den Islam zu berufen", sagte der Minister. Zugleich betonte er, dass es "unberechtigt wäre, Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Schon deshalb, weil die meisten Opfer des islamistischen Terrorismus selbst Muslime sind".

Der Islam trage "keineswegs den Keim des Terrorismus in sich". Es sei wichtig, "dass sie in ihren Moscheegemeinden auf die Radikalisierungsverläufe einzelner Personen achten und rechtzeitig einschreiten", sagte der Politiker.

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