Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.09.2014

20:49 Uhr

Thüringen

Rot-rot-grüne Sondierungsgespräche beginnen

Die Regierungsbildung in Thüringen ist schwierig und könnte Zeit kosten. Den Auftakt bilden die Gespräche der Linken mit SPD und Grünen. Die Linke gibt sich dabei zuversichtlich „einen Regierungswechsel zu erreichen“.

Andreas Bausewein (v.l.n.r.) für die SPD, Susanne Hennig-Wellsow für die Linken und Dieter Lauinger für die Grünen haben in Thüringen ihre Sondierungsgespräche begonnen. dpa

Andreas Bausewein (v.l.n.r.) für die SPD, Susanne Hennig-Wellsow für die Linken und Dieter Lauinger für die Grünen haben in Thüringen ihre Sondierungsgespräche begonnen.

ErfurtVier Tage nach der Landtagswahl in Thüringen haben Linke, SPD und Grüne erste Sondierungsgespräche aufgenommen. Die Landesvorsitzenden der Linken und der Grünen, Susanne Hennig-Wellsow und Dieter Lauinger, zeigten sich am Donnerstagabend nach dem Treffen in Erfurt zuversichtlich, „einen Regierungswechsel zu erreichen“.

Die SPD mit ihrem Verhandlungsführer Andreas Bausewein äußerte sich nicht zu den Chancen von Rot-Rot-Grün. Am Montag will sich die SPD mit ihrem bisherigen Koalitionspartner CDU treffen.

Der designierte SPD-Landesvorsitzende, der Erfurter Oberbürgermeister Bausewein, kündigte weitere Treffen mit Linken und Grünen an. Die nächsten seien am kommenden Dienstag und Donnerstag vorgesehen. Weitere könnten folgen. In der nächsten Woche gehe es auch um inhaltliche Fragen wie den Umgang der Linken mit der DDR-Vergangenheit sowie um Innen- und Strukturpolitik.

In Thüringen ist nach dem knappen Wahlausgang sowohl die Fortsetzung von Schwarz-Rot als auch Rot-Rot-Grün mit dem ersten Ministerpräsidenten der Linken möglich. Beide Konstellationen haben jedoch nur eine Stimme Mehrheit im Landtag. Angesichts der knappen Mehrheiten müsse in den Sondierungen eine stabile Basis für Koalitionsverhandlungen gelegt werden, sagte Grünen-Chef Lauinger. Der Spitzenmann der Linken, Bodo Ramelow, sagte vor dem Treffen: „Wir führen die Sondierungen so lange wie nötig.“

Die SPD, der trotz herber Verluste als drittstärkste Partei die Rolle als Königsmacher zukommt, will nach Abschluss der Sondierungen eine Mitgliederbefragung starten. Die Parteibasis soll - anders als bei der SPD-Mitgliederbefragung nach der Bundestagswahl - nicht über einen fertigen Koalitionsvertrag, sondern über den Koalitionspartner entscheiden.

Wahlen in Deutschland: Rechte Socken oder Politikveränderer?

Wahlen in Deutschland

Rechte Socken oder Politikveränderer?

Die AfD ist nach Sachsen auch in Brandenburg und Thüringen in den Landtag eingezogen. Ignorieren geht nicht – doch die Frage ist: Lässt sich die Partei integrieren? Ein Kommentar.

Die CDU, die seit der Wiedervereinigung in Thüringen die Ministerpräsidenten stellt, wurde bei der Landtagswahl mit 33,5 Prozent und einem leichten Plus stärkste Partei. Die Linke kam auf 28,2 Prozent - das beste Ergebnis seit 1990. Die SPD erlebte ein Debakel mit dem Verlust von rund sechs Prozentpunkten und erreichte nur 12,4 Prozent. Die Grünen erhielten 5,7 Prozent der Stimmen.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Billyjo Zanker

18.09.2014, 21:38 Uhr

Keine erneute Macht der SED Kommunisten, vierzig Jahre im Würgegriff zu Zeiten der DDR sind genug. Keine politische Macht für Kommunisten oder Nazis.

Herr Teito Klein

18.09.2014, 21:38 Uhr

Hier wächst zusammen, was zusammen gehört
---------
Die alte SED und die SPD stehen vor der Wiedervereinigung. (Grotewohl sei Dank).
Der KBW (Grüne) schließen sich gerne an.
Somit wird Thüringen jetzt gegen die Wand gefahren.
Es droht eine Reinkarnation der DDR.

Herr Ylander Ylander

19.09.2014, 07:54 Uhr

Steht doch auch klar in den Parteiprogrammen zu lesen, und der Wähler will, dass alles zerstört wird.

Wir leben eben in einer 3-D-Gesellschaft: Dekadenz, Degeneration und Destruktivität.

Für die wenigen Menschen in unserem Land, die etwas aufbauen oder auch nur erhalten wollen, macht es keine Spaß mehr.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×