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03.06.2011

16:49 Uhr

Tiefbahnhof

Bauarbeiten an Stuttgart 21 sollen weitergehen

Jetzt muss die rot-grüne Regierung das Bahnprojekt Stuttgart 21 vor Demonstranten schützen. Ministerpräsident Kretschmann ist mit seiner Bitte um längeren Baustopp gescheitert. Die Bahn will bald weiterbauen.

Aktivisten schrieben im April bereits auf ihre Plakat am Neubau der Stuttgarter Stadtibliothek: "Aufgen auf, Herr Ramsauer! S21 ist eh schon tot!" Ganz tot scheint Stuttgart 21 jedoch nicht. Quelle: dapd

Aktivisten schrieben im April bereits auf ihre Plakat am Neubau der Stuttgarter Stadtibliothek: "Aufgen auf, Herr Ramsauer! S21 ist eh schon tot!" Ganz tot scheint Stuttgart 21 jedoch nicht.

Stuttgart/BerlinDer Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 droht erneut zu eskalieren. Die Deutsche Bahn will trotz des Protests der grün-roten Landesregierung schon bald weiterbauen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) scheiterte am Freitag mit dem Versuch, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) von einer Verlängerung des zweimonatigen Bau- und Vergabestopps zu überzeugen. Die Gegner des Milliardenprojekts kündigten daraufhin eine neue Protestwelle an.

Kretschmann gibt aber nicht auf: Er will weitere Gespräche mit der Bahn. Am Sonntagabend kommen die Spitzen der grün-roten Koalition in Stuttgart zu einem Krisengespräch zusammen.

Projektsprecher Wolfgang Dietrich bestätigte, dass die Bahn ihre Vorbereitungen für Baumaßnahmen und Auftragsvergaben vorantreibe. "Das heißt aber nicht, dass am Montag die Bagger rollen", sagte er. Er versprach, die Maßnahmen zwei bis drei Tage vorher anzukündigen. "Wir werden keine Nacht- und Nebelaktionen starten." Bahnchef Rüdiger Grube hatte Anfang der Woche noch angekündigt, die Bauarbeiten begännen an diesem Montag.

Kretschmann sagte nach dem Gespräch mit Ramsauer in Berlin: "Wir werden jetzt Gespräche mit dem Bahnvorstand führen, in der Koalition diskutieren und, wenn es sein muss, noch einmal den Lenkungsausschuss einberufen." Das zuständige Spitzengremium mit Vertretern von Bahn, Land und Stadt Stuttgart könne sich im Laufe der kommenden Woche treffen.

Unklar ist, ob die Landesregierung bereit ist, sich an den Kosten für einen längeren Bau- und Vergabestopp zu beteiligen. Auf die Frage, ob er Ramsauer angeboten habe, einen Teil der Kosten für den Bau- und Vergabestopp zu übernehmen, sagte Kretschmann nur: "Das Gespräch war vertraulich." Bisher hatte Grün-Rot eine finanzielle Beteiligung strikt abgelehnt.

Kommentare (2)

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04.06.2011, 14:14 Uhr

Und wenn die Gespräche nicht zielführend sind, rate ich der Bahn folgendes:
Zugverkehr lahmlegen, Stuttgart wird nicht mehr angefarhen, irgendwelche Gründe muß man halt suchen.
Ich glaube es wird Zeit, dass den paar Berufsdemonstrierern ihr Tun einmal deutlich gemacht wird.
Durch Schmerz lernen, so sagt mein Sohn immer
Wenn dann all die Pendler nicht mehr zur Arbeit können, müssen sie sich halt mal die Demonstranten zur Brust nehmen, die z. T. nicht mal genau wissen, warum sie auf diese Demo gehen, die nur Randale wollen oder "Spaß" und den Spaß kann man ihnen dann ja gerne geben

Koboldo

04.06.2011, 16:58 Uhr

Nichts als Blödsinn! In der Schlichtung wurde versprochen, mit weiteren Bauarbeiten zu warten, bis das Ergebnis des Stresstests bekannt ist. Der Zugverkehr wird durch die Bauarbeiten noch oft genug lahmgelegt sein. Im Gegensatz zu den Demonstranten fallen den Befürwortern von S 21 oftmals keine vernünftigen Argumente ein. Fakt ist, dass durch die Baumaßnahmen Stuttgart 10 lange Jahre lang eine Baustelle sein wird, die erhebliche Behinderungen jeglichen Berufsverkehrs nach sich ziehen wird und das für eine Fahrzeitverkürzung zw Stgt und Ulm von geschätzten 10 Minuten. Die Kosten für den Steuerzahler: 10 Mrd Euro. Wirtschaftlichkeit sieht anders aus!

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