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15.07.2013

09:58 Uhr

Toll Collect

Siemens und Allianz drängen ins Maut-Geschäft

Exklusiv2015 läuft der Vertrag des Bundes mit dem Mautsystembetreiber Toll Collect aus. Für die Zeit danach sind auch das Industrieunternehmen Siemens und der Versicherungskonzern Allianz im Gespräch.

Lkw auf deutschen Autobahnen: Die Halter müssen eine Mautgebühr zahlen. dpa

Lkw auf deutschen Autobahnen: Die Halter müssen eine Mautgebühr zahlen.

BerlinNach Informationen des Handelsblatts (Montagsausgabe) stehen Siemens und die Allianz in den Startlöchern für eine Beteiligung an dem Lkw-Mautsystembetreiber Toll Collect. Der Vertrag mit Toll Collect endet im August 2015. Der Bund könnte den Vertrag verlängern oder ein neues System ausschreiben. Am Ende aber wird es zur dritten Variante kommen, wie Experten versichern, auch wenn das Bundesverkehrsministerium daran festhält, dass noch nichts entschieden sei.

Demnach würde der Bund per Ausschreibung neue Betreiber für das System suchen. Bisher besteht das Unternehmen aus einem Joint Venture zwischen Daimler und der Deutschen Telekom. Als heiße neue Kandidaten gelten zwei Münchner Unternehmen: Siemens und die Allianz. Siemens ist in Frankreich am Aufbau des neuen Mautsystems beteiligt „und hat Interesse am größten Mautmarkt in Europa“, wie Unternehmenskreise dem Handelsblatt sagten. Die Allianz wiederum sucht angesichts sinkender Renditen an den Anleihemärkten attraktive Alternativen. Zu der gehört das Mautsystem, das verlässlich funktioniert und somit stabile Renditen verspricht.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer wäre eine derartige Lösung nur recht, um das industriepolitische Vorzeigeprojekt in deutscher Hand zu halten. Aber es gibt noch weitere Bewerber, die bereits im Berliner Regierungsviertel Stimmung machen. Da ist zum einen der österreichische Mautbetreiber Kapsch. Auch der italienische Autobahnbetreiber Autostrade steht bereit, wie es in Berlin heißt. Die Italiener wollten bereits 2004 bei Toll Collect einsteigen, als der Start der deutschen Maut misslang.

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Eine Woche nach der Bundestagswahl, ab dem 30. September, will ein Schiedsgericht sechs Tage lang über die Zukunft von Toll Collect verhandeln. Entsprechende Informationen bestätigten Vertreter der beteiligten Unternehmen wie auch Vertreter aus dem Umfeld der Bundesregierung dem Handelsblatt (Montagausgabe). Damit könnte der seit mehr als acht Jahren tobende Streit um mehr als fünf Milliarden Euro zwischen dem Bund und den Systembetreibern, der Deutschen Telekom AG und der Daimler AG, enden. Die Einladung von Richter Wolfgang Nitsche legt nahe, dass es zu einer Einigung kommt. Der 65-Jährige, der das Amt erst im Dezember übernommen hat, will in seiner ersten mündlichen Verhandlung gar nicht erst weitere Beweise aufnehmen. Vielmehr wolle er juristische Fragen klären, wie es heißt. „Das weist eher auf einen Schiedsspruch hin“, heißt es in Kreisen der Beteiligten.

Seit 2005 hofft der Bund auf einen Schiedsspruch, um die entgangenen Gewinne erstattet zu bekommen, die durch den verzögerten Start des Mautsystems entstanden sind. Es geht oberflächlich um fünf Milliarden Euro entgangener Gewinne zuzüglich Zinsen und Vertragsstrafen, weil das System erst zwei Jahre später als verabredet starten konnte. Längst geht es aber nicht mehr nur um Schadensersatz. In dem Verhandlungspaket befindet auch die bereits vom Bund einbehaltene Vergütung von 800 Millionen Euro inklusive Zinsen.

Den vollständigen Artikel mit weiteren Details und Hintergründen finden Sie im Handelsblatt Shop.

Von

dhs

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

15.07.2013, 08:58 Uhr

Bei dem riesen Anteil von 12% den der Betreiber in Deutschland bekommt, steigt jeder gerne ein!
In anderen Länder beträgt dieser Verlust für die Einnahmen etwa 3%!

Account gelöscht!

15.07.2013, 09:51 Uhr

So ein unkreatives Geschäft wie die Mauteinnahme trau ich auch dem Staat zu. Wo soll der Vorteil sein wenn das die Allianz macht? Außer komplizierter verträge, die am ende zulasten des Staates gehen?

sailing

15.07.2013, 09:56 Uhr

....."Der Versicherer Allianz wiederum suche angesichts sinkender Renditen an den Anleihemärkten attraktive Alternativen."......

das einzige was die Allianz kann & kennt sind (Staats-) Anleihen, so ist deren System aufgebaut, andere Investments sind kosmetischer Natur.
D.h. egal wieviel Staatsanleihen gekauft werden, sie werden gerettet...(dies ist der traurige Umkehrschluss)

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