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06.09.2013

15:49 Uhr

Tool der Woche

Steinbrück kann nicht punkten

VonJan Mallien

Das TV-Duell hat zu keinen großen Verschiebungen auf der Handelsblatt-Prognosebörse geführt. CDU oder SPD profitieren nicht. Deutlich besser als bei den Umfrageinstituten schneidet die AfD ab.

Beide großen Parteien legen zu – zu Lasten der Kleinen.

Beide großen Parteien legen zu – zu Lasten der Kleinen.

DüsseldorfWeder Kanzlerin Merkel noch ihr Herausforderer Steinbrück konnten beim TV-Duell entscheidend punkten. Das zeigt die Entwicklung auf der Handelsblatt-Prognosebörse. Am Donnerstag lag die Union bei 32,16 Prozent – die SPD kam auf 20 Prozent. Die Euro-kritische Alternative für Deutschland (AfD) schnitt mit 18,6 Prozent deutlich besser ab als in den Umfragen. Die Grünen erreichten 9,3 Prozent. In den Bundestag schaffen würden es außerdem die Linkspartei (6,1 Prozent) und die FDP (5,3 Prozent).

Ein solches Ergebnis ließe nur eine realistische Regierungsoption zu: die Große Koalition. Zumindest rechnerisch möglich wäre allerdings auch ein Bündnis aus Union und AfD. Gerade hinsichtlich des Ergebnis der AfD weicht die Prognosebörse von den Umfrageinstituten ab. In der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für den "stern" und RTL kommt die AfD mit vier Prozent auf ihren bisher höchsten Wert.

Bei Forsa kommt die Union auf 40 Prozent (minus eins), die SPD verbessert sich um einen Punkt auf 24 Prozent, während die Linkspartei einen Punkt auf neun Prozent verliert. Grüne (elf Prozent) und FDP (fünf Prozent) blieben unverändert.

Die Prognosebörse zeigt aktuelle Veränderungen im Meinungsbild besonders schnell, weil dort ständig gehandelt wird. Bei der Niedersachsen-Wahl war sie vor allem bei der Vorhersage des FDP-Ergebnisses treffsicher. Damals lag die FDP in den Umfragen vor der Wahl unter 5 Prozent – letztendlich schaffte sie fast 10 Prozent. Auf der Prognosebörse hatte sich der Aufwärtstrend der Liberalen bereits angedeutet: Hier kam die FDP 24 Stunden vor der Wahl auf immerhin 7,1 Prozent.

Eine Schwäche der Prognosebörse liegt darin, dass auf ihr nur mit Spielgeld gehandelt wird. Die Gewinner bekommen attraktive Preise. Wer jedoch weit daneben liegt, erleidet keinen finanziellen Verlust. Dadurch kann es leichter vorkommen, dass einzelne Teilnehmer versuchen, die Kurse zu beeinflussen. Allerdings können andere Teilnehmer, die diese Werte für unrealistisch halten, dagegen spekulieren. So kann es zu stärkeren Kursschwankungen kommen.

Die Anti-Euro-Thesen der „Alternative für Deutschland“

Zukunft des Euro

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro. (Quelle: Parteiprogramm)

Neue Währungen

Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.

Europäische Verträge

Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.

Austrittsrecht

Wir fordern, dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.

Lasten für den Steuerzahler

Wir fordern, dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.

Schuldenschnitte

Wir fordern, dass hoffnungslos überschuldete Staaten wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt entschuldet werden. Banken müssen ihre Verluste selbst tragen oder zu Lasten ihrer privaten Großgläubiger stabilisiert werden.

EZB-Politik

Wir fordern ein sofortiges Verbot des Ankaufs von Schrottpapieren durch die Europäische Zentralbank. Inflation darf nicht die Ersparnisse der Bürger aufzehren.

Ein krasses Beispiel dafür ist der Kurs der AfD. Am 1. Mai entsprach er zeitweise einer Prognose von 29 Prozent. Ein solches Ergebnis dürften selbst kühnste AfD-Fans für unerreichbar halten. Inzwischen hat sich der Wert jedoch den Umfrageergebnissen angenähert.

Weltweit gibt es Prognosemärkte zu ganz unterschiedlichen Themen: Zur Vorhersage von Grippeausbrüchen oder von Umsatzzahlen von Unternehmen. Sie alle haben letztendlich das Ziel, vorhandene Informationen optimal zu nutzen.

Die Teilnahme an der Handelsblatt-Prognosebörse ist kostenlos, erfordert allerdings eine Registrierung, damit Ihre Handelsaktionen Ihrem Konto zugeordnet werden können. Sie können erst handeln, wenn Sie eingeloggt sind. Die Gewinner bekommen attraktive Preise.

Kommentare (3)

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Angelika

06.09.2013, 18:20 Uhr

Prof. Schachtschneider beschreibt in seinem o.g. Vortrag, dass wir aus den ESM etc. Verträgen austreten können und wir bereits enteignet sind. Dies ist legal nur zu verhindern, wenn die AFD in Parlament einzieht und das stoppt.

http://www.youtube.com/watch?v=stR8m1JD6-k

Bitte unbedingt ansehen, weiterleiten, AFD wählen! Alles andere ist Popanz!

curiosus_

06.09.2013, 20:52 Uhr

"ist der Kurs der AfD. Am 1. Mai entsprach er zeitweise einer Prognose von 29 Prozent. Ein solches Ergebnis dürften selbst kühnste AfD-Fans für unerreichbar halten. Inzwischen hat sich der Wert jedoch den Umfrageergebnissen angenähert."

18,6 Prozent für die AFD relativ zu 3 bis 4 Prozent in den Umfrageergebnissen stellt eine Annäherung dar? Stimmt zwar, aber bei dem Abstand?

Es gibt solche Börsen auch mit Einsatz von realem Geld, z.B. hier: http://boerse.prognosys.de/charts/btw-de-2013

Da steht die AfD aktuell bei ca. 6%, das erscheint mir doch realistischer. Und einen Kurs puschen geht da richtig in's Geld, das hilft gegen Manipulationen.

K.West

06.09.2013, 20:58 Uhr

Wähler wählen die Alternativen, die eben diesmal die kleinen Parteien sind, die AfD oder Piraten.

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