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04.02.2012

11:06 Uhr

Torsten Albig

Ein selbstbewusster SPD-Spitzenkandidat

Albig will für die Nord-SPD die Landtagswahl am 6. Mai gewinnen und dann Ministerpräsident in Kiel werden. Auf der Homepage steht selbstbewusst: „Meine Laufbahn ist geprägt von Erfahrungen und Erfolgen.“

Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig. dpa

Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig.

LübeckMangelndes Selbstbewusstsein hat dem SPD-Spitzenkandidaten wohl noch niemand nachgesagt. Ob als Sprecher der Bundesfinanzminister Lafontaine, Eichel und Steinbrück oder als Oberbürgermeister in Kiel - Torsten Albig geht unbeirrt und zupackend seinen Weg. „Meine Laufbahn ist geprägt von Erfahrungen und Erfolgen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene“, schreibt der freundliche 48-Jährige selbst auf seiner Homepage.

„Ich bin gut vorbereitet für den nächsten Schritt.“ Albig will für die Nord-SPD die Landtagswahl am 6. Mai gewinnen und dann Ministerpräsident in Kiel werden - an der Spitze einer Koalition mit den Grünen, nennt der Pragmatiker als Ziel.

Vita

Politiker

Der 48-jährige Sozialdemokrat Torsten Albig ist seit 2009 Oberbürgermeister von Kiel. Zuvor war er unter anderem Stadtkämmerer und Konzernsprecher bei der Dresdner Bank. Die Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine, Hans Eichel und Peer Steinbrück beriefen ihn ebenfalls als Sprecher. Im Februar 2011 stimmten in einer Urwahl überraschend eindeutig 57 Prozent der schleswig-holsteinischen SPD-Mitglieder für Albig als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl im Mai, dem bislang einzigen Urnengang vor dem Bundestagswahljahr 2013.

Pragmatiker

Mit Steinbrück verbindet Albig eine Freundschaft. Beide gelten als pragmatische Politiker mit Hang zu klaren Worten. Der gebürtige Bremer Albig trat im Alter von 19 Jahren in die Partei ein. Er studierte zunächst Geschichte, dann Jura mit Schwerpunkt Steuer- und Wirtschaftsrecht. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seine Durchsetzungskraft hat Albig, glühender Anhänger der Handballer des THW Kiel und der Fußballer von Arminia Bielefeld, schon mehrfach bewiesen. Nachdem der kahlköpfige Brillenträger 2009 bei der OB-Wahl die CDU-Amtsinhaberin Angelika Volquartz klar bezwang, gelang ihm das 2011 auch im innerparteilichen Kampf gegen den Landesvorsitzenden Ralf Stegner um die SPD-Spitzenkandidatur. Dass er seinen Rivalen dann ins Boot holte statt ihn ins Abseits zu stellen, handelte ihm Kritik ein, war aber wohl doch politisch klug.

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Torsten Albig will in Schleswig-Holstein Schwarz-Gelb ablösen und damit ein Zeichen für den Bund setzen. Im Interview erläutert der SPD-Mann, wie er das schaffen will und warum eine Kanzler-Debatte dabei nicht hilft.

Oft werden Albig zu vage politische Aussagen vorgeworfen. Wenn er sich konkret festlegt, geht das auch nicht immer gut. So löste er mit Äußerungen zum Stellenabbau in der Verwaltung Verwirrung aus. Und auch seine Zusage, den Kommunen 120 Millionen Euro jährlich zurückzugeben, verursachte außer Unverständnis manchen Klärungsbedarf.

Der geborene Bremer Albig hat einen Sohn und eine Tochter, mit denen der Jurist seit 2002 in Kiel lebt. Groß geworden in Ostholstein, hatte er in Bielefeld Abitur gemacht und Jura studiert. In seiner beruflichen Laufbahn war er auch einmal Konzernsprecher der Dresdner Bank in Frankfurt am Main.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.02.2012, 13:58 Uhr

In der Netzwerker-SPD wird Albig es noch weit bringen, davon bin ich überzeugt. Am besten natürlich in einer Wunschkoalition mit der CDU, damit möglichst viele neoliberale Reformideen alternativ- und geräuschlos umgesetzt werden können. Selbst Siggi Pop überholt die CDU hier ja inzwischen mit seinen Sparforderungen. Hier wächst zusammen, was zusammengehört. Wie weiland 1946 KPD-SPD-SED, nur eben jetzt CDU-SPD-NED.

Wie immer in der Geschichte, wenn etwas grandios schiefläuft: Die SPD war dabei!

debrasseur

05.02.2012, 11:18 Uhr

Deutschlands BürgerINnen haben in Zeiten klirrender Kälte Zeit zum Nachdenken. Gut zu wissen, daß ein Nordlicht nicht den allgemeinen Zustand von spd und cdU festschreiben will; denn nur mit einer anderen Konstellation läßt sich eine "große" Koalition vermeiden.

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