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26.06.2011

15:49 Uhr

Tourismus

Griechenland bleibt beliebtes Reiseziel

Griechenlands Finanz- und Wirtschaftskrise spielt für deutsche Urlauber offenbar keine Rolle. Das Land profitiert sogar von der schwachen Nachfrage für Reisen nach Nordafrika.

Die römische Agora in Athen. Quelle: dapd

Die römische Agora in Athen.

BoppardBei deutschen Urlaubern steht der Beinahe-Pleitestaat Griechenland hoch im Kurs: In diesem Sommer reisen deutlich mehr Menschen in das Land als im Vorjahr. „Griechenland liegt bei den Buchungszahlen zweistellig über der Entwicklung des Vorsommers“, sagte Volker Böttcher, Chef des Marktführers Tui Deutschland, der "Wirtschaftswoche". Für deutsche Pauschalurlauber gebe es in Griechenland aktuell "keine relevanten Leistungseinschränkungen", betonte Tui-Sprecher Mario Köpers auf dpa-Anfrage. Dass Griechenland wirtschaftlich schwer gebeutelt sei, spiele für Urlauber "keine wirkliche Rolle". "Friedliche Demonstrationen oder auch Streiks halten deutsche Urlauber nicht ab."
Nach den gewalttätigen Protesten in Athen 2010 hätten auch deutsche Urlauber sensibel reagiert und teils lieber auf eine Reise nach Griechenland verzichtet, sagte Köpers. Im Moment gebe es aber kaum Bilder von Auseinandersetzungen und damit auch keine Reisezurückhaltung. Auch der Reiseveranstalter FTI meldet ein deutliches Wachstum: "Kein Kunde hat seine Reise aufgrund der aktuellen Berichterstattung in den Medien annulliert", zitierte die "Wirtschaftswoche" FTI-Geschäftsleiterin Heike Niederberghaus. Die zur Rewe-Gruppe gehörende Dertour verzeichnet demnach ein "hohes" zweistelliges Umsatzplus.
Immerhin "gut einstellig" ist das Buchungsplus bei Thomas Cook laut Angaben des Unternehmens. Auch die Buchungen anderer Veranstalter lägen mindestens auf Vorjahresniveau - bei stabilen Preisen, heißt es in dem Bericht.
Der Tourismus ist einer der wenigen Bereiche der griechischen Wirtschaft, der derzeit nicht leidet: Laut neuesten Zahlen kamen etwa im April 24 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr in das Land.

"Sicherlich ist Griechenland auch einer der größten Profiteure eines insgesamt schwächelnden Nordafrika-Geschäfts", erklärte Tui-Manager Böttcher. Die andere Seite der Medaille: Ägypten und Tunesien hätten sich von den Nachfrage-Einbrüchen infolge der Umstürze noch nicht spürbar erholt, heißt es bei Tui. Zudem hätten die Deutschen ihren Sommerurlaub früh gebucht - meist Ende vergangenen oder Anfang dieses Jahres. Allerdings weckt auch das Last-Minute-Geschäft bei den Veranstaltern hohe Erwartungen, schreibt das Magazin: FTI und Alltours rechneten mit einer großen Nachfrage. Das Tourismusgeschäft in Deutschland läuft derzeit ohnehin gut läuft, auch angesichts der guten Konjunktur: Tui berichtete am Sonntag über zweistellige Zuwachsraten bei den Buchungen für die Sommersaison. "Die Deutschen werden ihrem Ruf als Reiseweltmeister erneut gerecht", sagte Böttcher bei der Vorstellung der Winterkataloge.

Von

dpa

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