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08.08.2016

19:30 Uhr

Tourismus nach dem Terror

Neu entbrannte Heimatliebe

VonChristoph Schlautmann

Die Deutschen verbringen ihren Urlaub gerne im warmen Süden – vor allem in der Türkei. Doch der Terror hat vieles verändert, auch die liebsten Reiseziele der Deutschen. Sie zieht es nun stärker in bekannte Gefilde.

Besonders Bayern ist beliebtes Urlaubsziel bei den Deutschen. dpa

Wanderer vor Alpen

Besonders Bayern ist beliebtes Urlaubsziel bei den Deutschen.

DüsseldorfNoch bis Ende Mai hatte es so ausgesehen, als fassten Deutschlands Touristen wieder Vertrauen in das Urlaubsland Türkei. Nach einem Anschlag auf eine deutsche Urlaubsgruppe, der im Januar zehn Todesopfer forderte, waren die Buchungen für das Land zunächst abrupt eingebrochen. Reisekonzerne wie Tui meldeten zeitweilig einen Rückgang von 40 Prozent.

Im Juni dann ließen Wettbewerber wie FTI durchblicken, dass die Türkei-Reisen wieder anzögen. Knapp fünf Monate, nachdem deutsche Urlauber am Bosporus durch islamischen Terror starben, erreichte der Urlauberzustrom aus Deutschland fast wieder das hohe Niveau des Vorjahres.

Den ersten Rückschlag brachte Ende Juni ein Terroranschlag auf den Istanbuler Flughafen, dem 36 Menschen zum Opfer fielen. Kurz darauf putschte das Militär gegen die Regierung – wenn auch erfolglos. Das seitdem dort herrschende Chaos sorgt dafür, dass die Türkei – nach Spanien, Italien und Österreich das viertwichtigste Urlaubsland der Deutschen – als Destination faktisch ausfällt.

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Schon der Monat Juni, hieß es dazu von der Regierung in Ankara, habe 40 Prozent unter Vorjahr gelegen. Der Juli dürfte noch weitaus schlechter ausgefallen sein.

Wohin die Deutschen stattdessen reisten, hat der Kölner Reisedienstleister TrevoTrend ermittelt, der täglich Millionen Buchungsanfragen aus Reisebüros und großen Webseiten auswertet. Danach lag Bulgarien beim Zuwachs an der Spitze. Das Land am Schwarzen Meer begrüße 2016 rund 56 Prozent mehr an Bundesbürgern.

Auch die griechischen Inseln Kreta (plus 48 Prozent), Rhodos (plus 43 Prozent) und selbst das flüchtlingsgeplagte Eiland Kos (plus 36 Prozent) gehörten zu den Gewinnern. Balearen und Kanaren lagen in der Gunst der Deutschen rund ein Fünftel über dem Vorjahr.

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