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27.04.2015

14:07 Uhr

Transparency International

Schlechte Noten für deutsche Rüstungsunternehmen

Transparency International vergibt schlechte Noten an deutsche Rüstungsunternehmen. Im Anti-Korruptions-Index 2015 wird klar: Zwei Drittel aller Rüstungsfirmen verfügen nicht über Ethik- oder Anti-Korruptions-Programme.

Deutsche Rüstungsfirmen müssen bei Ethik- und Anti-Korruptionsprogrammen nachbessern, meint Transparency. dpa

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Deutsche Rüstungsfirmen müssen bei Ethik- und Anti-Korruptionsprogrammen nachbessern, meint Transparency.

LondonDie Anti-Korruptions-Organisation Transparency stellt deutschen Rüstungsunternehmen in einer neuen Studie schlechte Noten aus. Im Anti-Korruptions-Index 2015 für die Rüstungsindustrie schneiden vier von fünf Unternehmen mit einer Vier oder schlechter ab, weil sie laut Transparency kaum oder gar nicht über öffentlich verfügbare Ethik- und Transparenz-Richtlinien verfügen. Das Münchner Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann bekommt sogar eine Sechs.

„Wir haben erwartet, dass die deutschen Firmen besser sind“, sagte Leah Wawro von Transparency International in London am Montag. In einer anderen Untersuchung hatte die Organisation der Bundesregierung gemeinsam mit Australien die Bestnote gegeben. „Dass deutsche Firmen dann in diesem Index schlechter abschneiden, war für uns schon überraschend.“ Eine Ausnahme bildet ThyssenKrupp. Das Unternehmen bekam eine Zwei. Diehl, MTU Aero Engines und Rheinmetall schnitten alle mit einer Vier ab.

Für den Index zur Transparenz und Qualität von Antikorruptionsprogrammen von Rüstungsunternehmen hat Transparency 163 Rüstungsfirmen aus 47 Ländern anhand öffentlich verfügbarer Daten unter die Lupe genommen und sie in Gruppen von Note Eins (A) bis Note Sechs (F) eingeteilt.

Das Fazit: Zwei Drittel der Firmen (107) zeigen noch immer wenig oder keine öffentlich verfügbaren Nachweise von Ethik- oder Anti-Korruptions-Programmen. 33 Prozent der Firmen hatten sich aber seit dem letzten Index im Jahr 2012 verbessert.

Alle vier Unternehmen, die die Bestnote A (eine Eins) erreichten, kamen nach Angaben Wawros aus den USA - allerdings befanden sich gleichzeitig auch sieben US-Unternehmen in der schlechtesten F-Gruppe.

Von

dpa

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