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20.08.2012

16:45 Uhr

Transplantationen

Experten fordern weniger Organspende-Zentren

VonMaike Telgheder

ExklusivMediziner und Branchenexperten sprechen sich für eine Reduzierung der Transplantationszentren in Deutschland aus. So soll der wirtschaftliche Druck bei Organverpflanzungen gesenkt werden.

Transplantation einer Niere. dpa

Transplantation einer Niere.

FrankfurtIn der Diskussion um mehr Transparenz und Qualität im Transplantationssystem fordern Mediziner und Branchenexperten jetzt auch eine Reduzierung der derzeit 48 Transplantationszentren in Deutschland. „Es gibt zu viele Transplantationszentren in Deutschland“, sagt Andreas Pascher, Transplantationschirurg an der Berliner Charité dem Handelsblatt. Die Versorgung der Transplantationspatienten ist seiner Ansicht nach auch mit der Hälfte der Zentren sehr wohl gewährleistet. „Dann kann man Mindestzahlen an Transplantationen fordern und Ergebnisqualität“, sagt der Mediziner.

Die Bandbreite der Fallzahlen bei den knapp 5000 Transplantationen in Deutschland ist groß: Während große Zentren wie die Universitätsklinik Essen oder die Berliner Charité jährlich mehr als 300 Transplantationen durchführen, absolvieren kleinere Zentren wie etwa das Klinikum Fulda oder die Universitätskliniken in Ulm, Würzburg und Marburg jeweils weniger als 50 Transplantationen pro Jahr.

Auch Frank Schmitz, Klinikexperte bei der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner hält eine Reduzierung der Anzahl von Zentren in Deutschland für sinnvoll. „Weniger, aber dafür größere Transplantationszentren würden den wirtschaftlichen Druck reduzieren“, so Schmitz.

Denn Transplantationsmedizin ist personalintensiv. Allein 50 Prozent der Kosten entfallen auf medizinisches Personal. Das muss auch bezahlt werden, wenn Transplantationen ausbleiben. „Kliniken haben also auch ein wirtschaftliches Interesse, dass die Zahl ihrer Transplantationen nicht sinkt“, sagt Klinikberater Schmitz. Dabei werde der wirtschaftliche Druck umso größer, je kleiner die Zahl der Transplantationen einer Klinik ist. „Denn dann ist der wirtschaftliche Erfolg stärker von der einzelnen Organverpflanzung abhängig“, sagt Schmitz.

Kommentare (1)

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DERRichter

20.08.2012, 19:41 Uhr

Was für dumme Argumentationen. Das Problem ist doch nicht, wie viele Transplantionen ein Klinikum vornimmt. Das Problem besteht darin, dass Transplantionen oft nicht gerecht nach Warteliste vorgenommen werden, sondern danach, ob jemand reich und mächtig ist. Es ist dieser unsoziale Reichenhätschlerfaktor zugunsten neoliberaler Täterschichten mit säuischem FDP-Stallgeruch, welcher die Probleme verursacht, und nichts anderes.

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