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03.01.2013

05:00 Uhr

Transplantationsaffäre

Uniklinik Leipzig verspricht Aufklärung

Gefälschte Krankenakten in Leipzig - und schon rutschen Patienten auf der Warteliste für Spenderorgane nach oben. Was dahinter steckt, wird wohl erst in ein paar Monaten ermittelt sein.

Zwei Mitarbeiter des Universitätsklinikums Leipzig. dapd

Zwei Mitarbeiter des Universitätsklinikums Leipzig.

LeipzigDas Leipziger Universitätsklinikum (UKL) verspricht eine lückenlose Aufklärung der Manipulationen an seinem Transplantationszentrum. Die drei suspendierten Mediziner hätten ihre Kooperationsbereitschaft erklärt, sagte der medizinische Vorstand des UKL, Prof. Wolfgang Fleig. Das Transplantationsprogramm am UKL gehe unterdessen weiter. „Es wird keine Abstriche an Qualität und Quantität geben“, sagte Fleig.

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Anfang nächster Woche werden Sonderprüfer der Bundesärztekammer am Klinikum erwartet, die die unlauteren Machenschaften rund um Lebertransplantationen weiter erhellen sollen. Auch die personell verstärkte Innenrevision der Klinik werde die Manipulationen der Krankendaten mit aufrollen.

Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag): „Wer als Transplantationsmediziner immer noch nicht begreift, dass er sein eigenes Fach durch Schummeln und Manipulieren kaputt macht, der hat in diesem Fach nichts mehr zu suchen.“

Am Transplantationszentrum des UKL sind nach dem bisherigen Ergebnis einer Prüfung 38 Patienten fälschlicherweise zu Dialyse-Fällen erklärt worden. Dadurch stieg ihre Dringlichkeit für eine Lebertransplantation.

Montgomery regte eine Verschärfung des Berufsrechts an. „Die Ärzteschaft benötigt zum Beispiel Ermittlungskompetenzen, um selbst gegen schwarze Schafe vorgehen zu können und relevante Dokumente und Beweise sicherstellen zu können.“ Eine weitere Möglichkeit könne sein, in Korruptionsfällen schneller die Kassenzulassung anzuerkennen. „Das hätte im Zweifel mehr Wirkung als Änderungen im Strafrecht“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer dem Blatt.

Auch die Staatsanwaltschaft Leipzig hat sich in die Affäre eingeschaltet und will Hinweise auf einen Straftatverdacht prüfen. Fleig sagte, man werde sich mit den Sonderprüfern abstimmen, um abzuwägen, ob das Klinikum selbst Anzeige erstattet. Das Motiv der Ärzte für die Falschangaben in den Krankenakten liegt noch im Dunkeln. Es werde schwierig nachzuweisen, ob und welche Absicht dahinterstand.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

03.01.2013, 09:22 Uhr

Was dahinter steckt, weiß man doch jetzt schon.

Nach den Bankstern haben wir den zweiten Raffke:
Den überbezahlten Mediziner und seine Komplizen in der Pharma-Industrie und in den Krankenhäusern.

Man wird in allen Transplantationszentren den gleichen Sachverhalt vorfinden:

Korruption der Mediziner durch zahlungskräftige Patienten, die gegen "Fakelaki" die Warteliste ändern.

Die Kliniken selbst sind natürlich an zahlungskräftigen Privat-Patienten interessiert, die den mehrfachen Satz in die Kasse bringen.

Teilwiese stimmt also der alte Spruch:

"Weil Du arm bist, mußt Du früher sterben".

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