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05.08.2012

16:08 Uhr

Transplantationsskandal

SPD kritisiert die Bundesärztekammer

Im Organspendeskandal von Göttingen und Regensburg gerät die Bundesärztekammer unter Druck. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach wirft ihr unter anderem vor, die eigenen Befugnisse nicht ausreichend genutzt zu haben.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert die Bundesärztekammer scharf. dpa

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert die Bundesärztekammer scharf.

berlinIm Organspendenskandal von Göttingen und Regensburg geraten nun auch die Bundesärztekammer (BÄK) und die bayerische Landesärztekammer unter Druck. Die SPD warf beiden am Wochenende vor, ihre eigenen Instrumente nicht ausreichend genutzt zu haben. „Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery sitzt selbst im Glashaus und sollte daher mit seiner Kritik an der Politik nicht überziehen!“, sagte der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach dem Handelsblatt (Montagausgabe).

BÄK und Landeskammer hätten, wenn sie es wirklich gewollt hätten sicher erreichen können, dass der beschuldigte Oberarzt seine Aktivitäten zur Erschleichung von Organspenden nicht hätte fortsetzen können. „Es ist zwar nicht so einfach, einem Arzt die Approbation zu entziehen. Angesichts der Schwere der Vorwürfe wäre die zuständige Landesbehörde einer entsprechenden Forderung aber wohl gefolgt“.

Zugleich bestätigte er die Kritik Montgomerys am bayerischen Wissenschaftsministerium. „Ich habe den Bericht der Ärztekammer an das Ministerium gelesen. Die Vorwürfe waren für solche Berichte fast ungewöhnlich klar formuliert und so schwerwiegend, dass beim Ministerium alle Alarmglocken hätten schrillen müssen.“

Von

pt

Kommentare (4)

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frosstrubin

12.08.2012, 20:40 Uhr

Haben die beschuldigten Göttinger Chirurgen zu früh oder zu spät transplantiert? Wen zu früh - wen zu spät - wen zeitgerecht?
Bei der Alkoholhepatitis kann eine frühe Transplantation das Überleben verlängern. Gute Anwälte sind gesucht, um zwischen finanziellen Motiven den Hauch ärztlicher Verantwortung zur Minderung des absehbaren Strafmaßes auszuleuchten.

frosstrubin

12.08.2012, 20:42 Uhr

Quelle zur redaktionellen Verwendung für den Kommentar "zu früh - zu spät - zeitgerecht": Dtsch. Ärztebl. 109 (18) 2012: C787.

klausenwaechter

12.08.2012, 20:48 Uhr

GuardDoc (Kompetenzzentrum Multimedai-Analyse und Data Mining des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz) prüft elektronische Dokumente auf Verfälschungen. Brauchen wir also den in der Diskussion um die Überwachung von Transplanationsleistungen argumentativ vorgeschobenen Labormediziner, der die "Richtigkeit" [Mehrdeutiger kontextabhängiger Begriff] von Laborwerten attestiert? Brauchen wir nicht vielmehr ein geschultes Team von Kontrolleuren, welches mit geeigneten Instrumenten operiert?

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