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08.05.2017

19:48 Uhr

Transport-Flugzeug A400M

Ministerium sieht militärische Einsatzfähigkeit gefährdet

Das Transportflugzeug A400M ist weiterhin ein Sorgenkind der Bundeswehr. Trotz jahrelanger Verzögerung und Mehrkosten in Milliardenhöhe warnt nun ein interner Bericht vor der militärischen Nutzung des Airbus.

Laut Bericht kann der A400M Fallschirmjäger bislang nicht simultan absetzen. AP

Airbus A400M

Laut Bericht kann der A400M Fallschirmjäger bislang nicht simultan absetzen.

BerlinDas Bundesverteidigungsministerium sieht die volle militärische Einsatzfähigkeit des Transport-Flugzeugs A400M wegen anhaltender technischer Probleme und der Vertragsquerelen mit dem Hersteller Airbus gefährdet. Airbus werde nicht die nötigen Investitionen tätigen, um die erforderlichen Nachbesserungen am A400M auf den Weg zu bringen, schreibt das Ministerium im vertraulichen Teil seines Rüstungsberichts aus dem April, der Reuters am Montag vorlag. Gründe dafür seien die Unterfinanzierung des Programms und die wegen der bisherigen Pannen und Verzögerungen ohnehin erwarteten Entschädigungsforderungen der Nationen. „Die operationelle Verwendbarkeit des Flugzeugs ist damit gefährdet.“ Dies betreffe besonders die Fähigkeiten zum Absetzen von Lasten und Personal aus der Luft sowie den Selbstschutz. Airbus fordert derzeit Nachverhandlungen zum A400M-Vertrag.

Selbst wenn die fehlende militärische Ausstattung noch kommt, könnte dies nach Einschätzung des Ministeriums länger dauern als erwartet. „Airbus könnte, bezogen auf die militärischen Fähigkeiten, Verschiebungen in einer Größenordnung von 12 bis 18 Monaten gegenüber der ursprünglichen Planung zur Verhandlungsbasis im Rahmen des Rebaselining machen“, heißt es mit Blick auf die verlangten Neuverhandlungen. Die Bundeswehr hat bisher acht von insgesamt 53 A400M erhalten.

Airbus: „A400M bleibt weiter Grund zur Sorge“

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Airbus hat weiterhin Probleme mit seinem Pannentransporter A400M. Der Flugzeugbauer setzt alles daran, eine Einigung mit seinen staatlichen Kunden zu erzielen. Es drohen Vertragsstrafen und Zahlungseinbehalte.

Der Rüstungsbericht nennt die operationellen Mängel signifikant. Dazu zähle, dass der A400M Fallschirmjäger bislang nicht simultan absetzen könne. Auch das Selbstschutzsystem, das das Flugzeug vor anfliegenden Raketen schützen soll, funktioniere bislang nur eingeschränkt. „Die volle, vertraglich geschuldete Leistungsfähigkeit der Selbstschutzanlage des A400M wird nicht erreicht“, heißt es. Selbstschutz bleibe für den taktischen Lufttransport aber eine grundlegende Voraussetzung.

Als Konsequenz könnte die Bundeswehr nach 2021, wenn die letzten alten Transall-Flugzeuge außer Dienst gestellt werden, ohne einen Militärtransporter dastehen, der auch tatsächlich in Kriegsgebiete hineinfliegen kann. „Es ist nicht absehbar, ob beziehungsweise wann und wie viele einsatzreife Flugzeuge A400M mit den vertraglich geforderten vollständigen taktischen Fähigkeiten zur Verfügung stehen werden“, bilanziert der Bericht. „Die Gesamtproblematik kann - auch über die derzeitige Nutzungsverlängerung C-160 Transall (...) hinaus - zu Fähigkeitslücken im Bereich des geschützten taktischen Lufttransports führen“.

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