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24.06.2015

08:18 Uhr

Traumatisierte Flüchtlinge

Niedersachsen fordert kostenlose Dolmetscher

Flüchtlinge sind oft stark traumatisiert. Auch fehlende Deutschkenntnisse verhindern meist eine Psychotherapie. Dolmetscher könnten helfen, kosten aber Geld. Niedersachsen sieht Bund und Krankenkassen in der Pflicht.

In der Psychotherapie sei der Bedarf an Dolmetschern für Flüchtlinge am größten, so die niedersächsische Gesundheitsministerin. dpa

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In der Psychotherapie sei der Bedarf an Dolmetschern für Flüchtlinge am größten, so die niedersächsische Gesundheitsministerin.

Hannover/Bad DürkheimFlüchtlingen in Deutschland soll nach Ansicht des Landes Niedersachsen künftig bei Bedarf kostenlos ein Dolmetscher für Psychotherapien an die Seite gestellt werden. „Wir sehen den Bedarf, weil wir feststellen, dass immer mehr Flüchtlinge, die zu uns kommen, stark traumatisiert sind“, sagte die niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

Bei der am Mittwoch im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim beginnenden Konferenz der Gesundheitsminister fordert Niedersachsen deshalb in einem Antrag die Kostenübernahme durch die Bundesregierung beziehungsweise durch die gesetzlichen Krankenkassen.

In der Psychotherapie sei der Bedarf an Dolmetschern für Flüchtlinge am größten, betonte Rundt. „Da geht es nicht um Knochenbrüche, die auch anders festzustellen sind. Sprache ist hier zur Erkennung und Heilung besonders wichtig.“ Perspektivisch müsse die Kostenübernahme für Dolmetscher aber auch auf andere Arztbesuche erweitert werden.

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Um keine Zeit bei der Änderung der rechtlichen Bestimmungen für die Übernahme der Dolmetscherkosten zu verlieren, müsse laut Rundt zunächst der Bund die Übernahme der Dolmetscherkosten im Rahmen eines bundesweiten Modellvorhabens erproben.

In einem zweiten Schritt müsse dann basierend auf den dort gewonnenen Erkenntnissen der Frage nachgegangen werden, wie eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen möglich wäre. „Aufgrund der stark steigenden Flüchtlingszahlen besteht akuter Handlungsbedarf. Ich würde mir wünschen, wenn der Bund bis zum Jahresende Klarheit schafft“, sagte Rundt.

Wie hoch die Kosten für Bund und Kassen seien, lasse sich derzeit nicht sagen. „Wir gehen davon aus, dass sich ein Teil der Therapiebedürftigen derzeit wegen der abschreckenden Kosten noch gar nicht behandeln lässt“, sagte Rundt. Ob sie bei der Konferenz die Mehrheit der Länder dem Antrag zustimme, sei leider noch nicht klar.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Hans Mayer

24.06.2015, 08:54 Uhr

Auch ich bin so langsam traumatisiert wenn ich jeden Tag den Schwachsinn lese den sich Gutmenschenpolitiker einfallen lassen.
Hier wird bereits wieder einmal wie zu erwarten schon durch das Bild der "Armen Flüchtlinge" eine Moralische Erpressung versucht.
Die Facharbeiter welche ich so sehe, sehen meißt aus als wären sie einer Reisegruppe entsprungen, gut gekleidete, gut ernährte junge Männer und alle mindestens ein Handy und Zigaretten rauchend.
Jetzt fehlen plötzlich Deutschkenntnisse und traumatisiert sind sie auch, ich dachte das wären alles Facharbeiter. Es geht um unsere Asylindustrie welche weiter gutes Geld verdienen will.
Übrigends gibt es 57 Moslemische Länder auf der Welt, wieso zieht es dann alle zu den "Ungläubigen". Wer kann mir das erklären.




Herr Klaus Hofer

24.06.2015, 09:15 Uhr

Der unreglementierte Zustrom von Flüchlingen - größtenteils handelt es sich um Wirtschaftsasylanten - führt zu immer absurderen Konsequenzen. Nun sollen auch noch die Krankenkassen mit Kosten überhäuft werden, obwohl zahlreiche Leistungen für deutsche Arbeitnehmer, welche die Kassen ja über ihre Beiträge mitfinanzieren, gekürzt wurden. Wann begreift die Politik endlich, daß wir ein Einwanderungsrecht nach australischem Vorbild benötigen ? Aufnehmen sollten wir ausschließlich diejenigen Flüchtlinge, die sich aufgrund ihrer vorhandenen Qualifikation und ihres soziokulturellen Hintergrundes in unsere Gesellschaft einbringen können und wollen. Die selbsternannten Gutmenschen, die eine unreglementierte Zuwanderung befürworten, sollten sich dann zumindest bereit erklären, für sämtliche Kosten der Zuwanderer aufzukommen, statt dies von der Allgemeinheit - besser gesagt von dem steuerzahlenden Teil der Allgemeinheit - abzufordern.

Herr Peter Spiegel

24.06.2015, 09:23 Uhr

Herr Klaus Hofer@
Die uns allen bekannte Stiftung hat festgestellt, daß jeder Zuwanderer 3000 Euronen im Jahr bringt. Von daher geht unsere Regierung von wachsenden Wohlstand aus insbesondere wenn Sonne und Mond ihren Platz wechseln.

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